Zum Hauptinhalt springen

Im Land der umgekehrten Pyramiden

Rajasthan im Norden Indiens war früher so reich, dass sich jeder Kaufmann einen eigenen Palast bauen konnte. Eine Reise zur verfallenden Pracht.

Der Chand Baori, der grösste Stufenbrunnen Indiens: Rechts eine Bühne, die für Gemeindeversammlungen und Theateraufführungen genutzt wurde. Foto: Charles O. Cecil (Getty)
Der Chand Baori, der grösste Stufenbrunnen Indiens: Rechts eine Bühne, die für Gemeindeversammlungen und Theateraufführungen genutzt wurde. Foto: Charles O. Cecil (Getty)

Bevor die Besucher das Fort in Jodhpur verlassen, fällt ihr Blick auf die roten Handabdrücke an der Mauer. Auf die Abdrücke 31 kleiner Hände. Sie gehörten den jungen Frauen der Maharadschas. Bevor der Trauerzug mit dem Leichnam ihres Mannes das Fort verliess, tauchte die Witwe ihre Hand in rote Farbe und stempelte sie an die Wand. Auf dem Weg zum Scheiterhaufen verschenkte sie ihren Schmuck und Münzen an die Armen – sie würde sie nicht mehr brauchen. Denn bald steigt sie zu ihrem toten Mann auf den Scheiterhaufen und lässt sich, mit seinem Kopf in ihrem Schoss, verbrennen. Man sagte den Frauen, wenn sie Sati begingen, Selbstver- brennung, würde man sie als Göttinnen verehren.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.