Die Schätze der Piraten

Die Inseln im Indischen Ozean sind voller Geschichten von untergegangenen Schiffen. Sechs Geheimtipps von Moçambique bis zu den Malediven.

Ein Strand zum Verlieben: Insel Praslin, Seychellen. Foto: Getty Images

Ein Strand zum Verlieben: Insel Praslin, Seychellen. Foto: Getty Images

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Rodrigues – nur mit der Ruhe
Luxus, das bedeutet auf ­Rodrigues Natur und Ruhe. 580 Kilometer östlich von Mauritius ist vom Tourismus nicht viel zu spüren. Anders als auf der bekannten Schwesterinsel sind die Unterkünfte hier schlicht, die Gastgeber der kleinen, privaten Herbergen umso herzlicher. Das Essen kommt direkt aus dem Ozean vor der Haustür. Dort kann man den Fischern bei der Arbeit zusehen. Wenn sich das Meer bei Ebbe über die Riffkante zurückzieht, werfen die Männer die Netze aus, und die Frauen stechen mit Speeren in die Korallenhöhlen. Mit Glück erwischen sie Tintenfische, die später in der Pfanne landen.
Reiseveranstalter: Let's go, Travelhouse

Vamizi Island – in illustrer Gesellschaft
Man muss auf der Hut sein, will man nicht von den Barrakudas ins Meer gezogen werden. Denn die Beute wehrt sich wie wild. Ansonsten ist das Hochseefischen vor Vamizi Island ein Vergnügen: Kaum ein Haken bleibt leer. Abends beim Licht von Fackeln gemütlich am Strand sitzen, den gegrillten Fang geniessen, das ist Lohn für Arbeit und Angst – die Raubfische können auch noch zubeissen, wenn sie schon an Bord gelandet sind. Wer sich abgesehen von Exkursionen aufs Meer dem süssen Nichtstun hingeben möchte, ist auf Vamizi Island vor der Küste Moçambique in illustrer Gesellschaft: Prinz Albert von Monaco und seine Frau Charlène waren auch schon da.
Reiseveranstalter: Swissafrican

Praslin Island – Reich der Naturwunder
Morgens bildet sich ein Menschenauflauf am Strand. Jeder möchte die seltenen Meeresschildkröten sehen, wenn sie aus dem Wasser kommen und im Sand die Eier einbuddeln. Die zweitgrösste Seychelleninsel ist berühmt für das Naturschauspiel. Damit die Gäste es nicht verpassen, informiert Robert, der «Schildkrötenvater», die Touristen über das freudige Ereignis. Mit der Anse Kerlan und der Anse Lazio hat das zwölf Kilometer lange und fünf Kilometer breite Eiland zwei Strände, die zu den schönsten der Welt gehören. Praslin ist zudem die Heimat der Coco de Mer. Die Samen dieser Ausnahmepalmen sind die grössten im ­gesamten Pflanzenreich. Im einzigartigen Vallée de Mai, von der Unesco zum Weltnaturerbe erklärt, sind sie zu bestaunen.
Reiseveranstalter: Manta Reisen, Hotelplan

Ile Sainte-Marie – Seeräubergeschichten
Piraten? Die fanden jahrhundertelang einen idealen Unterschlupf auf der Ile Sainte-Marie. Das 57 Kilometer lange, aber nur sechs Kilometer breite Eiland vor der Nordostküste Madagaskars ist nicht nur für Freibeuterfans reizvoll. Klar, hier und da wird noch von versteckten Schätzen gemunkelt, auch mal an verschiedenen Ecken der Insel danach gegraben. Irgendwas muss aus der Hinterlassenschaft der bis zu 1500 Piraten noch zu finden sein, die zeitweise auf Nosy Boraha, so der zweite Name des Eilands, zu Hause waren. Dabei sind die Geschichten und Legenden, die sich um die Seeräuber ranken, schon Perlen genug. Übrigens lassen sich beim Durchqueren der Buchten per Kanu mit Glück durchaus Hinterlassenschaften finden: Auf dem Meeresgrund liegen Wracks der einst gefürchteten Freibeuterschiffe.
Reiseveranstalter: Travelhouse

Vommuli Island – architektonische Revolution
Wow. Das ist der erste Eindruck, wenn man mit dem kleinen Wasserflugzeug vor Vommuli Island im Dhaalu-Atoll der Malediven landet. WOW ist auch der Name des Architektenteams aus Singapur, das das neue St. Regis Maledives Vommuli Resort in von der Natur inspiriertem Design entworfen hat: Die Dachlinien der Strand- und Gartenvillen sind den lokalen Dhoni-Fischerbooten abgeschaut, die Boutique ahmt die Windungen einer Schneckenmuschel nach, das Spa erinnert an eine Hummerschale, und die Bar glänzt in der Form eines Walhais. So spektakulär modern ist bislang kein Malediven-Resort gebaut worden. Es stiehlt sogar dem Meer die Show.
Reiseveranstalter: TUI

Hanimaadhoo – Tür an Tür mit Einheimischen
Beim Strandgang schon mal auf Mantas treffen? Beim Tauchen auf (kleine) Haie? Und beim Spaziergang über die Insel auf Einheimische? Das ist auf Hanimaadhoo im Haa-Dhaalu-Atoll im Norden der Malediven möglich. Sehr ungewöhnlich, dass auf der Insel Malediver Tür an Tür mit Feriengästen leben. Fast 40 Jahre lang war das im Inselstaat südlich von Indien ein No-go. Die muslimische Bevölkerung sollte mit den freizügigen, Bier trinkenden Touristen nicht in Kontakt kommen. Vor drei Jahren eröffnete hier trotzdem das The Barefoot. Im Ökoresort gibt es, mit Rücksicht auf die Nachbarn, keinen Alkohol. Wer als ­Feriengast nicht darauf verzichten möchte, wird mit einem Boot über die Lagune zu einem zur Bar ­ausgebauten Schiff gefahren. So bleibt der Inselfrieden erhalten, und ausländische Besucher bekommen einen authentischen Einblick in das Leben der Malediver im Tropenparadies.
Reiseveranstalter: TUI

(SonntagsZeitung)

Erstellt: 28.09.2017, 12:28 Uhr

Inseln im Indischen Ozean

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