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Freude und Enttäuschung in Münchenbuchsee

Bei Wahlen liegen Glück und Unglück nahe beieinander. In Münchenbuchsee war die BDP reine Stimmenlieferantin für die SVP.

Fred Gerber (SP, links) und Manfred Waibel (SVP) liegen in Münchenbuchsee in Führung.
Fred Gerber (SP, links) und Manfred Waibel (SVP) liegen in Münchenbuchsee in Führung.
Marius Haffner

Für die SVP ist die Rechnung voll aufgegangen: Dank der Listenverbindung mit BDP und FDP hat sie neu vier Sitze im siebenköpfigen Gemeinderat und damit die absolute Mehrheit – mit knapp 36 Prozent der Stimmen. «Wir sind sehr zufrieden über die bürgerliche Mehrheit», erklärt SVP-Präsidentin Annegret Hebeisen. Sie habe aber damit gerechnet, dass Michel Gygax von der BDP gewählt werde. Die BDP kam denn auch nur ganz knapp nicht zum Zug.

Durch den Sitzgewinn bei der SVP wurde die GFL zur Verliererin. Peter Stucki wurde als Gemeinderat abgewählt. Stucki zeigte sich sehr enttäuscht. «Ich hatte den Eindruck, in meinem Amt gute Arbeit geleistet zu haben, zum Beispiel in der Alterspolitik oder bei der familienexternen Kinderbetreuung.» Sein Einsatz sei «nicht honoriert» worden. Stucki ist noch bis Ende Jahr für das Departement Soziales zuständig und kandidierte auch für das Gemeindepräsidium. Allerdings gab es vor vier Jahren eine Vorwarnung: Hätten sich SVP, FDP und BDP bereits damals auf eine Liste geeinigt, dann wäre Stucki schon 2012 abgewählt worden. Mit den vier Sitzen sei die SVP nun aber «klar übervertreten», sagt Stucki. «Es wäre darum gut, wenn die SVP nicht auch noch das Präsidium holen würde.» Auch im Lager der SP befürchtet man eine Machtballung in den Händen der SVP und will Gegensteuer geben. Im zweiten Wahlgang, der bereits am 11. Dezember stattfindet, stehen sich Fred Gerber (SP) und Manfred Waibel (SVP) gegenüber. Die GFL unterstützt die SP-Kandidatur, so wie auch die EVP, während FDP und BDP sich hinter Waibel stellen.

Bei der SVP geht man im zweiten Wahlgang von einer knappen Entscheidung aus. Falls Waibel gewinnt, soll er für ein besseres Klima im Gemeinderat besorgt sein. «Der Gemeinderat soll besser als Team zusammenarbeiten und lö- sungsorientierter vorgehen», sagt Annegret Hebeisen. Wichtig sei auch, der Führung der Verwaltung mehr Aufmerksamkeit zu schenken. «Hier gab es in den letzten beiden Legislaturen ein Manko», sagt die SVP-Präsidentin.

Auch die FDP profitierte

Eine eigentliche Wiederauferstehung konnte die FDP im Gemeindeparlament feiern: Sie konnte ihre zwei Mandate auf Kosten der BDP verdoppeln. 2012 hatten die Freisinnigen wegen des erstmaligen Antretens der BDP zwei Sitze eingebüsst. Nun ist die Schwäche der BDP zur Stärke der FDP geworden. «Wir mussten in der letzten Legislatur etwas unten durch», sagt FDP-Präsident Georg Karlaganis. «Doch wir haben gezeigt, dass man auch zu zweit gute Politik machen kann.» Auch die SP konnte ihren Wähleranteil steigern, sowohl im Parlament als auch in der Exekutive. Der Zuwachs wirkte sich aber nicht auf die Zahl der Mandate aus.

Bei den Wahlen in Münchenbuchsee betrug die Stimmbeteiligung für das Gemeindepräsidium 46,3%, für den Gemeinderat 44,6% und für den Grossen Gemeinderat 43%. Diese Zahlen lagen am Sonntag noch nicht vor.

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