Mänschester chunnt zrügg

Mundart-Kolumnist Peter Schibler über die Rückkehr der Manchester Hose.

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Es isch no kener drei Wuche häär, da isch dr Brichterschtatter, wo für die hüttegi Mundartkolumne zueschtändig isch (und im Folgenden raumsparend «dr Brichti» genannt wird) im Bistro vomne Gartezenter als quasi Senior Assessor am Tisch ghocket, zmitz i jungem bis sehr jungem, öh, Gmües, u hett, wie das Sinergattig füra gärn macht, aafa vo früecher verzeue, u irgedesmau isch er drbii, niemer wüssti meh wie u werum, uf Mänschesterhose cho z rede.

Mänschesterhosen auso hett dr Brichti (verbal) i d Rundi gworfe, u die sehr jungi Frou, wo vis-à-vis vo ihm isch ghocket, luegt ender chli raatloos drii u grüblet nach vergässe gangne Biuder, aber fingt nüüt. (Eh ja, bi däm Jahrgang!) Ob das villech Hose vo de Schpiler vo ManU sige, auso vo Mänschester Junäited, trout si sech schliesslech z frage. Aber ihre Begleiter, o öppe i ihrem Auter, klärt uuf: Nenei, das sig so ne Schtoff mit so Rippeli, u da geit dr Frou es Liecht uuf, u sie rüeft «Ahaa!». E Fründin vo ihre schtöng nämlech totau uf so Mänseschter u tragi o süsch nöierdings so komischi Chleider wie us dr Hippie-Zitt, u da isch es üsem Brichti ganz warm ums Härz worde. Chunnt äch aues irgendeinisch wieder ume?

U itz auso s letschte Wuchenänd! D NZZ hett sone Trend-Mode-Biilaag im hochglänzige Grossformat, wo «Z» heisst u wo wahrschiinlech die meischte vo Öich eifach ungläsen uf ds Altpapier-Bigeli entsorge. Dr Brichti hingäge luegt o settigs aa u hoffet drbii uf Material für si Kolumne i dr Sunntixzittig. (Zum Bischpiu, O-Ton NZZ-«Z»: «Eine gute Uhr muss nicht teuer sein! Wir präsentieren Ihnen erschwingliche Modelle für unter 10'000 Franken.»)

Item, u äben am letschte Samschti hett üse Brichti das nöischte «Z» düregschnöigget, u was schpringt ne dert aa, was? Manne-Models mit so dünnschissfarbige Hosen u Jagge us Mänschester, wie se dr Brichti um ds Jahr 1966 ume hett müessen aalegge, u wie we das no nid gnue wäär, hei am gliiche Tag o no grad füf mittleri bis älteri Semeschter vor «Bärner-Zittig»-Redaktion alti Fötteli füregnuuschet u zeige sech i ihrem Blatt unger «Ich und mein Mänschester 1968 bis 1986», u im Lead drzue läse mer: «Er kehrt auf den Laufsteg zurück: der Cord. Ist das gut? Eine Versöhnung mit einem Material, mit dem ganze Generationen – mehr oder weniger freiwillig – einkleidet wurden.» (Fehler übrigens im Original.)

Aber es chunnt no besser! Im erwähnte NZZ-«Z» gseht men o no ne richtegi «Twisthose» 2017, so chli «Sgt. Peppers»-Cover-mässig, wo dr Brichti dennzmau o gha hett: Oben um d Hüft so äng wie nume müglech, drzue e breite Gurt mit ere chlobige Schnaue, aber unger am Fuessändi drfür so witt, dass bim Schtägen ache Louffe hesch müessen ufpasse, dass der vo hinger kene druftschaupet u de d Schtägen ab troolisch. (Die Twisthose hett üse Brichti, im Gägesatz zu de mänschestrige, übrigens aube gärn aagleit.)

U vorgeschter auso wieder sone Biilaag, dasmou im «Tagi», won es ums «Entrümpeln» geit. O-Ton: «Kleider, die Sie mehr als ein Jahr nicht getragen haben, kommen weg.» Ha! Sicher niid! Dr Brichti bewahrt sider Jahrzähnte auti Chleider uuf, wüu: Irgendeinisch chunnt aues wieder, u duu hesch no es Original! D Twisthose hett dr Brichti aber leider müessen entsorge: Är hätti se wäg sire Ü-60-Anatomie höchschtens no umkehrt chönnen aalegge, auso ds witte Fuessändi ume Buuch. Hätt er se hingäge bhaute, so chönnt er se hütt verschteigere! Lutt «Z» choschtet ds abbüudete 2017-Twisthose-Modäu nämlech 1050 Franke, auso meh weder vier Mundartkolumne. Wemedäicht, wemedäicht.

Der Bund

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