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Wohnbauten der 1920er- und 1930er-JahreRaumschiffe, die in Bern gelandet sind

Warum sind die Wohnhäuser der Zwischenkriegszeit so unaufdringlich schön? Wie prägen sie Berner Quartiere? Und wieso soll die Moderne der Gipfel der Baukunst sein? Erkenntnisse anhand des Buches «Bern modern».

Ein Bijou, das dem Quartier eine gewisse Noblesse verleiht: Schillingstrasse 28 im Kirchenfeld.
Ein Bijou, das dem Quartier eine gewisse Noblesse verleiht: Schillingstrasse 28 im Kirchenfeld.
Foto: Thomas Telley und Adrian Scheidegger

Dieses Haus schön zu finden, fällt nicht schwer: Wie ein Schiffsbug ragt die Stirnseite übers Grundstück, kühn von Balkonen umspielt. Eine rote Säule betont die Vertikale, keck flirtet sie mit dem ebenfalls roten Gemäuer zwischen den seitlichen Fenstern. Eine «Bauskulptur» sei das Haus an der Schillingstrasse, schreibt der Autor Markus Jakob, «die man in Bern vielleicht ein Bijou nennen würde».

«Vielleicht»: Die Einschränkung in diesem Satz ist wohl kein Zufall. Weder das Gebäude an der Schillingstrasse noch die meisten anderen Wohnbauten, die im Buch «Bern modern» versammelt sind, werden in Architekturführern erwähnt; über ihre Erbauer ist oft nicht viel mehr überliefert als der Name. Und doch ist die Berner Wohnarchitektur der 1920er- und 1930er-Jahre einen vertieften Blick wert. Das finden jedenfalls die Herausgeber von «Bern modern», Architekturpublizist Markus Jakob und Architekt Ralph Gentner. Diese Gebäude verliehen den Quartieren eine «gewisse Noblesse», heisst es im Vorwort, und doch seien es «Häuser, die einen Auftritt haben, ohne sich aufzudrängen».

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