Zum Hauptinhalt springen

Interview mit Amir Dziri«Radikaler Islamismus ähnelt rechtsextremen Ideologien»

Der islamistische Instant-Terrorismus habe weniger mit Religion als mit der Biografie der Attentäter zu tun, sagt der Islamwissenschafter.

«Die islamischen Gesellschaften haben sich bis heute nicht von Imperialismus und Kolonialismus erholt», sagt Amir Dziri.
«Die islamischen Gesellschaften haben sich bis heute nicht von Imperialismus und Kolonialismus erholt», sagt Amir Dziri.
Foto: Adrian Moser

Mit den Attentaten vom Morges und Lugano ist nun auch die Schweiz Schauplatz islamistischer Gewalttaten. Kommt das überraschend?

Nein. Seit der Entstehung des Islamischen Staates gehen die Behörden von einer hohen Gefährdungslage aus. Die beiden Fälle zeigen, dass selbst nach dem Niedergang des IS eine grosse Anziehungskraft für einzelne Täter besteht. Die Attentate in Paris und Wien wirken wie Katalysatoren, die Nachahmungstäter animieren.

Das Tessin stand bisher nicht im Fokus. Ist der Südkanton ein Hotspot der Islamisten-Szene?

Vor drei Jahren wurde im Tessin ein Mann wegen Anwerbeversuchen für radikal-islamistische Organisationen verurteilt. Von ihm ist bekannt, dass er Teil eines Netzwerkes war, das zwischen dem Tessin und Norditalien operierte. Inwiefern die mutmassliche Täterin des Angriffs in Lugano mit ihm in Verbindung stand, ist noch zu ermitteln.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.