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Coronavirus in der Schweiz+++ RS: Vier Prozent der neu Eingerückten positiv +++ 674 Fälle: Mutierte Viren breiten sich weiter aus

RS: Vier Prozent der neu Eingerückten positiv, über 1,5 Mio. Franken ergaunerten zwei Unternehmer im Zusammenhang mit Covid-19-Krediten. Corona-News im Ticker.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Seit dem 18. Januar ist die Schweiz im zweiten Lockdown. Die neuen Massnahmen gelten bis zum 28. Februar.

  • Die Zahlen zu den Corona-Mutationen aus Grossbritannien und Südafrika steigen rasch an. Gesamthaft sinken die Fallzahlen aber seit Tagen leicht.

  • Alle Kantone haben mit dem Impfen von gefährdeten Personen begonnen.

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LIVE TICKER

CEO des Kinderspitals beider Basel wurde bereits geimpft

Marco Fischer, CEO am Basler Kinderspital (UKBB) wurde bereits gegen das Coronavirus geimpft, berichtet das Newsportal bzbasel.ch. Vorgesehen war jedoch, dass zuerst die Mediziner und Pflegemitarbeitenden auf der Notfallstation und der Intensivpflegestation geimpft werden sollten. Dafür erhielt das UKBB diese Woche vom Kanton 100 Impfdosen zugeteilt. Aus dem zugeteilten Impfstoff hätten insgesamt 110 Dosen gewonnen werden können, so Fischer.

Fischer zähle zur Kategorie von systemrelevanten Mitarbeitern, sagte er gegenüber der bz. Er habe sich von einer der überschüssigen Dosen spontan impfen lassen können. Vorrecht habe er damit keines genossen, so der CEO. Neben ihm seien noch weitere Personen aus Führungs- und Fachkreisen geimpft worden.

Hirslanden-CEO entschuldigt sich

Einen Tag, nachdem bekannt wurde, dass die Hirslanden-Gruppe dem schwerreichen Unternehmer Johann Rupert kurz vor dem offiziellen Impfstart im Thurgau, eine Vorzugsbehandlung bei der Impfung zukommen liess, hat sich der Hirslanden-CEO Daniel Liedtke mit einem offenen Brief bei den «Bürgerinnen und Bürgern» des Kantons Thurgaus sowie bei «Regierungsrat Urs Martin» entschuldigt (hier geht's zur vollständigen Meldung).

674 Fälle: Mutierte Viren breiten sich weiter aus

Die mutierten Varianten des Coronavirus breiten sich in der Schweiz weiter aus. Am Freitag hatte das Bundesamt für Gesundheit (BAG) Kenntnis von 674 Fällen, nach 582 am Donnerstag und 479 am Mittwoch (lesen Sie auch: Die gezielte Suche nach der britischen Mutation).

Mit der britischen Mutation B1.1.7 (oder 501Y.V1) steckten sich seit ihrem ersten Auftreten im Oktober in der Waadt 336 Personen an, wie das BAG auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mitteilte. Der südafrikanischen Variante B1.351 (501Y.V2) liessen sich 13 Infektionen zuordnen. Zudem zählte das Bundesamt 325 Ansteckungen durch Viren mit ungeklärter Mutationslinie.

Ein Junge wird auf Sars-CoV-2 getestet. (Symbol)
Ein Junge wird auf Sars-CoV-2 getestet. (Symbol)
Foto: Getty Images

Am meisten Fälle der britischen Mutation gab es demnach im Kanton Bern mit 88, gefolgt vom Kanton Genf mit 73 und der Waadt mit 51. Die Mutationen mit ungeklärter Linie traten am meisten im Kanton Graubünden auf mit 65, im Kanton Genf mit 51, im Kanton Zürich mit 50 und im Kanton Tessin mit 43.

Das BAG weist darauf hin, dass diese Angaben «nicht repräsentativ» und nur «als deskriptive Information zu gebrauchen» seien. Vor allem in Kantonen, in denen nur wenig oder kein Material sequenziert wurde, würden die Zahlen stark unterschätzt.

RS: Vier Prozent der neu Eingerückten positiv

4 Prozent der rund 8500 Rekruten und Kaderleute, die am Montag in die Rekrutenschulen eingerückt sind, sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Rund 540 Armeeangehörige waren nach Angaben der Armee am Freitag in Isolation und in Quarantäne.

Finanzkommission plädiert für Zurückhaltung

Die Finanzkommission des Ständerats (FK-S) weist den Bundesrat daraufhin, dass die aktuell geltenden Corona-Massnahmen «nur in wirklich begründeten Fällen» weiter verschärft werden sollen. Zudem soll der Bund nicht einen grösseren Anteil an den Hilfsmassnahmen tragen.

Dies hält die Kommission nach einer Aussprache mit Finanzminister Ueli Maurer und dem Direktor der Eidgenössischen Finanzverwaltung (EFV), Serge Gaillard, fest, wie die Parlamentsdienste am Freitag mitteilten. Auf entsprechende Vorstösse oder offizielle Empfehlungen verzichtet sie jedoch.

Klar ist laut der FK-S, dass die neuen Massnahmen «zu erheblichen finanziellen Mehrbelastungen» führen werden. Einerseits müssten die versprochenen Härtefallgelder nun rasch ausbezahlt werden, andererseits müsse sichergestellt sein, dass gewisse Kontrollen durchgeführt werden können. So sollen Missbrauchsfälle möglichst verhindert werden.

Die Kommission ist gemäss Mitteilung weiter der Ansicht, dass sich Bund und Kantone die Lasten angemessen teilen müssen. «Das Aufbürden eines Grossteils der Pandemie-Kosten auf den Bund lehnt die Finanzkommission als für die Finanzplanung des Bundes zuständige Kommission ab.» Eine zu hohe Kostenbeteiligung des Bundes könne zu Fehlanreizen führen.

Zwei Unternehmer wegen Missbrauch von Covid-Krediten verhaftet

Die Tessiner Strafverfolgungsbehörden haben zwei italienische Unternehmer verhaftet. Sie werfen ihnen Betrug und Urkundenfälschung vor im Zusammenhang mit der Vergabe von Covid-19-Krediten. Die Deliktsumme beträgt über 1,5 Millionen Franken.

Die mutmasslichen Betrüger sind im Sottoceneri wohnhaft, wie die Tessiner Behörden am Freitag mitteilten. Die beiden stünden im dringenden Verdacht, in der zweiten Jahreshälfte 2020 mehrfach falsche Angaben gemacht zu haben, um in den Genuss von Covid-Krediten zu gelangen.

Die beiden hätten das Geld nicht nach den Bestimmungen der Covid-19-Verordnung verwendet, sondern mutmasslich für persönliche Bedürfnisse ausgegeben. Die Staatsanwaltschaft habe eine Untersuchung eingeleitet. Weitere Angaben zum Fall machten die Tessiner Behörden nicht.

Ein Polizeiauto kontrolliert die vor Weihnachten die menschenleere Seeuferpromenade von Ascona.
Ein Polizeiauto kontrolliert die vor Weihnachten die menschenleere Seeuferpromenade von Ascona.
Foto: Alessandro Crinari (Keystone/Ti-Press/Symbolbild)
42 Fälle von unerwünschten Impf-Nebenwirkungen

Bei der grössten Impfaktion in der Geschichte der Schweiz sind bisher 42 Fälle von vermuteten unerwünschten Nebenwirkungen gemeldet worden, wie Swissmedic mitteilt. 16 davon sind schwerwiegend. Fünf Meldungen standen in Zusammenhang mit einem tödlichen Verlauf. (Lesen Sie dazu unseren Artikel: Erste Bilanz zu unerwünschten Wirkungen der Corona-Impfung).

Zwar gebe es bei diesen Fällen eine «zeitliche Assoziation» mit der Impfung, schrieb das Heilmittelinstitut Swissmedic weiter. Aber bei keinem bestehe «der konkrete Verdacht, dass die Impfung die Ursache für den Todesfall war». Die Patienten seien zwischen 84 und 92 Jahre alt gewesen und an Erkrankungen verstorben, die in diesem Lebensalter häufig vorkämen, wie zum Beispiel Schlaganfälle oder schwere Infektionen.

BAG meldet 2156 neue Fälle

Dem BAG sind innerhalb der letzten 24 Stunden 2156 neue Ansteckungen gemeldet worden. Am Freitag vor einer Woche waren es 2396, am Freitag vor zwei Wochen 3220. Die Positivitätsrate beträgt 8,1 Prozent bei neu 26'667 gemeldeten Tests.

Es gibt 92 Spitaleinweisungen und 62 Tote. Zum Vergleich: Am Freitag vor einer Woche wurden 139 Spitaleinweisungen und 66 Todesfälle gezählt, am Freitag vor zwei Wochen 166 Spitaleinführungen und 75 Todesfälle.

Die Positivitätsrate für die vergangenen zwei Wochen lag bei 11,3 Prozent. Im gleichen Zeitraum wurden pro 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner 348,92 laborbestätigte Coronavirus-Infektionen gemeldet. Die Reproduktionszahl R, die angibt, wie viele Personen eine infizierte Person im Durchschnitt ansteckt, lag vor rund zehn Tagen bei 0,79.

Seit Beginn der Pandemie wurden in der Schweiz und in Liechtenstein 4'135'714 Tests auf Sars-CoV-2 durchgeführt, den Erreger der Atemwegserkrankung Covid-19, wie das BAG weiter mitteilte. Insgesamt gab es 509'279 laborbestätigte Fälle von Ansteckungen mit dem Coronavirus.

21'229 Personen mussten bisher wegen einer Covid-19-Erkrankung im Spital behandelt werden. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung belief sich auf 8345. Aufgrund der Kontakt-Rückverfolgung befanden sich laut Angaben des BAG 16'283 Menschen in Isolation und 25'431 Menschen in Quarantäne. Zusätzlich befanden sich 2820 Personen in Quarantäne, die aus einem Risikoland heimgekehrt waren.

Die Auslastung der Intensivstationen lag nach Angaben des Koordinierten Sanitätsdienstes (KSD) schweizweit bei 74 Prozent. 32 Prozent dieser Betten waren von den aktuell 320 Covid-19-Patienten belegt.

14-Tages-Inzidenz der Kantone:

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Alain Berset besucht Genf

Bundesrat Alain Berset hat sich am Freitag in Genf mit dem Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, getroffen. Dabei unterstrich der Gesundheitsminister, dass die internationale Zusammenarbeit bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie fundamental sei.

Zusammen mit der WHO engagiere sich die Schweiz für die Covax-Initiative für einen weltweit gleichmässigen und gerechten Zugang zu Covid-19-Impfstoffen, schrieb Berset auf seinem Twitter-Account. Der Schweizer Gesundheitsminister besuchte am Freitagmorgen zudem das künftige Impfzentrum am Universitätsspital Genf (HUG) und tauschte sich mit Staatsratspräsidentin Anne Emery-Torracinta und Regierungsrat Mauro Poggia aus.

Berset zeigte sich beeindruckt vom Einsatz und der Flexibilität des Gesundheitspersonals seit Ausbruch der Pandemie vor fast einem Jahr. Erfreulich sei zudem die zunehmende Bereitschaft der Bevölkerung und des Gesundheitspersonals, sich impfen zu lassen.

Ab Februar werde die Schweiz deutlich mehr Impfdosen erhalten, betonte Berset. Dementsprechend werde auch die Zahl der Impfungen erhöht werden. So sollten ab Februar in allen Kantonen täglich 525 Dosen pro 100'000 Einwohner verabreicht werden, dies an sieben Tagen pro Woche. Im Juni müsse die Impfkapazität dann drei Mal höher sein.

AstraZeneca-Zulassung in den nächsten Wochen möglich

Nach Angaben des Schweizerischen Heilmittelinstitut Swissmedic könnte auch der dritte Coronavirus-Impfstoff von AstraZeneca «in den nächsten Wochen» zugelassen werden. Die schwedisch-britische Firma hatte ihr Gesuch bereits Anfang Oktober des letzten Jahres eingereicht.

Swissmedic warte aber noch auf «wichtige Daten», sagte Mediensprecher Lukas Jaggi am Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Wenn diese rechtzeitig einträfen und zufriedenstellend ausfielen, könne man in den nächsten Wochen mit einer Zulassung rechnet.

AstraZeneca hatte den Impfstoff in Zusammenarbeit mit der Universität Oxford entwickelt. Die Schweiz hat davon bis zu 5,3 Millionen Dosen bestellt. Trotz der frühen Eingabe ihres Gesuchs liess Swissmedic in der Zwischenzeit zuerst die Impfstoffe der Firmen Pfizer/Biontech und Moderna zu.

Der britische Premier Boris Johnson hat zu Beginn der Woche die Laboratorien der Firma AstraZeneca in Oxford besucht.
Der britische Premier Boris Johnson hat zu Beginn der Woche die Laboratorien der Firma AstraZeneca in Oxford besucht.
Foto: Heathcliff O'Malley (Keystone/AP/18. Januar 2021)
15 Personen im Wallis nach erster Impfung angesteckt

Insgesamt 15 Bewohner haben sich im Haus der Generationen St. Anna in Steg mit dem Coronavirus angesteckt. Erstaunlich daran sei, so schreibt der «Walliser Bote», dass 54 von 58 Bewohnern und Bewohnerinnen des Alters- und Pflegheims die ersten von zwei Impfdosen im Januar erhalten haben. Den zweiten Piks sollen sie ab der ersten Februarwoche erhalten.

«Es ist frustrierend», sagt Direktor Martin Kalbermatter gegenüber der Zeitung, «wir haben wirklich gedacht, dass wir dank der Impfung schon bald über den Berg sind.» Auch die Belegschaft und der Vertrauensarzt seien enttäuscht. Trotzdem – überraschend seien Infektionen bei Personen, die die erste Dosis erhalten haben, nicht. Kantonsarzt Christian Ambord sagt, dass die erste Impfung noch keinen vollständigen Schutz garantiere, sondern das Ansteckungsrisiko und die Gefahr einer schweren Erkrankung vermindere. «Der Schutz von 94 Prozent ist gemäss heutigem Wissensstand erst zwei Wochen nach der zweiten Impfung gegeben.»

Das Alters- und Pflegeheim St. Anna im Walliser Ort Steg.
Das Alters- und Pflegeheim St. Anna im Walliser Ort Steg.
Foto: Screenshot www.avalems.ch
Swiss und Lufthansa verschärfen Maskenpflicht

Die Lufthansa-Gruppe verschärft die Maskenpflichten auf ihren Flugzeugen. Fluggäste der Swiss, der Lufthansa und der anderen Airlines der deutschen Gruppe müssen auf den Flügen von und nach Deutschland ab Anfang Februar eine medizinische Maske tragen.

Passagiere und Crewmitglieder müssten ab diesem Zeitpunkt entweder eine OP-Maske oder eine FFP2-Maske beziehungsweise Maske mit dem Standard KN95/N95 tragen, wie die Lufthansa am Freitag mitteilte. Alltagsmasken seien dann nicht mehr erlaubt.

Eine Maskenpflicht auf Flügen der Swiss gilt bereits seit dem vergangenen Sommer. Mit der neuen Anpassung der Regelung greife die Lufthansa-Gruppe nun einen Beschluss der deutschen Behörden von Anfang dieser Woche auf, heisst es in der Mitteilung.

Eine Atemschutzmaske der Kategorie FFP2.
Eine Atemschutzmaske der Kategorie FFP2.
Foto: Christian Beutler (Keystone/21. Januar 2021)
Routiers Suisses: Kantinen für übernachtende Chauffeure

Lastwagenchauffeusen und -chauffeure, die unterwegs übernachten können, dürfen sich in bestimmten Restaurants verpflegen. Das hat der Verband Les Routiers Suisses laut eigenen Angaben mit dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) ausgehandelt.

«Chauffeure dürfen beim Übernachten etwas Warmes essen», heisst es in der auf der Webseite des Verbandes aufgeschalteten Mitteilung. Es sei Les Routiers Suisses «nach einem langen Kampf» gelungen, mit dem BAG ein Kantinenkonzept für Chauffeure zu erarbeiten.

Chauffeure, die unterwegs übernachten müssen, hätten ihr Abendessen bisher alleine in der Kabine ihrer Lastwagen essen müssen, schrieb der Verband. Ab heute dürfen Chauffeure in ausgewiesenen Chauffeuren-Kantinen essen gehen. Im Internet hat der Verband eine Liste der Restaurants aufgeschaltet, die als Kantinen eingetragen sind.

Der Verband hatte bereits früher gefordert, dass Restaurants und Tankstellen bis 21 Uhr offen gehalten werden sollten. Denn eine Schliessung sei problematisch, zumal auch die dazu gehörenden sanitären Anlagen geschlossen würden. Viele Lastwagenchauffeure seien die ganze Woche unterwegs und übernachteten auswärts auf Raststätten und Rastplätzen.

Lastwagenfahrer, die übernachten müssen, dürfen sich in Zukunft in speziellen Restaurants warm verpflegen.
Lastwagenfahrer, die übernachten müssen, dürfen sich in Zukunft in speziellen Restaurants warm verpflegen.
Foto: Laurent Gillieron (Keystone/Symbolbild)
St. Gallen hält an Präsenzunterricht in Sekundarstufe II fest

Die St. Galler Regierung will die «Pandemie in den Schulen mit Augenmass bekämpfen». Das heisst im Klartext: Im Kanton St. Gallen wird in den Volksschulen und in der Sekundarstufe II auch in den kommenden Wochen am Präsenzunterricht festgehalten.

Dieser Beschluss gründet auf zwei Faktoren, wie es in der Mitteilung des St. Galler Bildungsdepartements vom Freitag heisst: Erstens habe der Bundesrat auf Empfehlung seiner Task Force auf eine landesweite Anordnung von Fernunterricht verzichtet, und zweitens gingen die Fallzahlen im Kanton St. Gallen spürbar zurück.

In der Volksschule werden präventiv zusätzliche Schutzvorkehren getroffen: Es gilt neu eine umfassende Maskenpflicht für alle Erwachsenen, die sich in den Schulräumen aufhalten und ein Verbot offener Schulbesuchstage.

Die Schulen der Sekundarstufe II werden angewiesen, die grossen Räumlichkeiten wie zum Beispiel Aulen oder Foyers als Aufenthalts- und Verpflegungszonen mit grösstmöglichen Abständen zu nutzen.

An den St. Galler Volksschulen und Schulen der Sekundarstufe II gilt weiterhin Präsenzunterricht.
An den St. Galler Volksschulen und Schulen der Sekundarstufe II gilt weiterhin Präsenzunterricht.
Foto: Gian Ehrenzeller (Keystone/Symbolbild)
Erste Zuger Firmen erhalten Härtefall-Gelder

Der Kanton Zug hat am Freitag im Rahmen des Härtefallprogramms die ersten Beiträge an Betriebe überwiesen, die von der Coronakrise besonders hart getroffen wurden. Ausbezahlt wurden 175'700 Franken, bereits gesprochen wurden 3,2 Millionen Franken.

Das Geld stammt vorerst noch aus dem Lotteriefonds, da der Kantonsratsbeschluss zum Härtefallprogramm erst am 22. Februar in Kraft tritt, wie das Zuger Finanzdepartement am Freitag mitteilte. Sobald es soweit ist, wird das Geld zulasten des Härtefallprogramms wieder in den Lotteriefonds zurückgeführt.

Das Departement des Zuger Finanzdirektors Heinz Tännler (SVP) hat beim Härtefallprogramm erste Auszahlungen ermöglicht.
Das Departement des Zuger Finanzdirektors Heinz Tännler (SVP) hat beim Härtefallprogramm erste Auszahlungen ermöglicht.
Foto: Alexandra Wey (Keystone/Archiv)

Bis Mitte Woche sind gemäss Finanzdepartement rund 70 Gesuche eingegangen, 22 Antragssteller erhielten Geld, 13 Gesuche wurden abgelehnt, der Rest wurde zur Überarbeitung zurückgewiesen oder ist in Bearbeitung. Von den bereits gesprochenen Beiträgen sind 1,8 Millionen Franken A-fonds-perdu-Gelder, 1,4 Millionen Franken sind Darlehen.

13 Corona-Fälle in Hotel im Waadtländer Skigebiet Villars-Gryon

In einem Hotel im Waadtländer Skigebiet von Villars-Gryon/Les Diablerets haben sich 13 Hotelangestellte mit dem Coronavirus angesteckt. Sie wurden isoliert und in Quarantäne gesetzt. Von den Hotelgäste blieben alle verschont.

Ein mobiles Team nahm am Donnerstagmorgen Schnelltests bei den Gästen im Hotel «RoyAlp» vor, nachdem am Vortag die Fälle im Personal festgestellt worden waren, wie die Waadtländer Behörden am Donnerstagabend mitteilten.

Gäste der vergangenen Woche seien benachrichtigt worden. Im Ort selbst wurde bislang kein weiterer Coronavirus-Cluster, keine Ballung von Fällen, entdeckt.

Piste im Waadtländer Skigebiet Villars-Gryon/Les Diablerets.
Piste im Waadtländer Skigebiet Villars-Gryon/Les Diablerets.
Foto: Leandre Duggan (Keystone)
Berset: «Es wird noch immer nicht genügend getestet»

Die Kantone müssen ihre Bemühungen bei den Tests auf das Coronavirus weiter verstärken. Dazu forderte Gesundheitsminister die Kantone am Donnerstag auf.

«Es gibt noch immer Potential, mehr Leute zu testen», sagte Gesundheitsminister Alain Berset am Donnerstag vor den Medien in Bern. Insbesondere auch an Altersheimen und an Schulen müsse mehr getestet werden.

Das sagen Berset und Engelberger zur Impfaktion.
SRF

«Wir haben das den Kantonen gesagt», sagte Berset nach einem Treffen mit Vertretern der kantonalen Gesundheitsdirektionen. Man müsse insbesondere auch Menschen ohne Symptome testen. Dies sei erkennbar am Positivitätswert der Tests, der immer noch bei durchschnittlich zehn Prozent liege. Das sei zu hoch, um die Situation unter Kontrolle zu haben, sagte Berset.

Auch die Kontaktnachverfolgung müsse intensiviert werden. Diese sei entscheidend für die Situation, insbesondere aufgrund der verschiedenen Mutationen. Die Kantone müssten deswegen auch die Kontakte der Kontakte unter Quarantäne stellen, dass sei eine Mehrarbeit

Insgesamt stünden die Kantone mit der Impfaktion vor «sehr grossen Herausforderungen», sagte Berset. Die Entwicklung sei aber sehr wichtig. «Wir müssen wirklich dranbleiben», sagte der Gesundheitsminister.

Zahlen nach Festtagen nicht explodiert

Lukas Engelberger, Präsident der kantonalen Gesundheitsdirektorenkonferenz (GDK), sagte an der Medienkonferenz, dass die Lagebeurteilung der Kantone entsprechend vorsichtig sei. Es gebe aber sehr positive Elemente in der Lagebeurteilung. So gebe es keinen Festtags-Effekt in den Fallzahlen mehr, und diese seien nicht explodiert.

«Die Menschen haben sich um die Weihnachtszeit sehr diszipliniert verhalten,» sagte Engelberger. Das schlage sich nieder in sinkenden Zahlen. «Das ist von sehr grosser Bedeutung und muss so bleiben», sagte er. Denn die verschiedenen Mutationen machten den Kantonen Sorgen.

Bund informiert ab Freitag regelmässig über Impfzahlen

Nach mehrmaliger Verschiebung des Termins hat Bundesrat Berset nun versprochen, dass ab Freitag zwei Mal wöchentlich über die Impfzahlen in allen Kantonen informiert wird. Die Kantone hätten eine Meldepflicht. Ziel müsse es sein, die Impfkapazitäten schnellstmöglich zu erhöhen.

Die ab Freitag aufgeschaltete Statistik soll laut Berset Aufschluss geben darüber, wie viele Impfungen die Kantone bisher durchgeführt hätten, wie viele Impfdosen verabreicht worden seien und wie viele Personen bereits geimpft seien.

«Die Impfkapazitäten sind vorhanden, müssen aber stetig vergrössert werden», sagte Berset vor den Bundeshausmedien. Ab Februar werde die Schweiz «mehr bis viel mehr» Impfdosen erhalten.

Berset formulierte zudem das Impfziel. Ab Februar müssten in allen Kantonen täglich 525 Dosen pro 100'000 Einwohner verabreicht werden, dies an sieben Tage pro Woche. Im Juni müsse die Impfkapazität dann drei Mal höher sein, also täglich 1550 Dosen pro 100'000 Einwohner betragen.

So viele wurden in der Schweiz schon geimpft

Berset: Kantone müssen vorwärts machen

Die Kantone sollen laut Gesundheitsminister Alain Berset bei den Impfungen vorwärts machen. Er hat sich am Donnerstag mit den Kantonen ausgetauscht und abgeklärt, was die Lieferengpässe bei Pfizer/Biontech bedeuten.

Mit Lieferverzögerungen beim Impfstoff habe immer gerechnet werden müssen, sagte Berset vor den Bundeshausmedien. Bei den Impfungen gebe es nun eine Verlangsamung. Das sei aber nicht nur in der Schweiz so, sondern ganz Europa sei betroffen. Deswegen habe der Bund von Anfang an auf verschiedene Impfstoffe gesetzt.

Die Entwicklung der Zahlen sei erfreulich. Es gebe aber noch grosse Unterschiede bei den Kantonen. Die Reproduktionszahl liege gesamtschweizerisch unter 1. «Wir haben uns gegenseitig über die Feiertage geschützt.»

Jedoch verdoppelten sich die Fälle der neuen ansteckenderen Virusvarianten jede Woche. Diese Entwicklung sei noch nicht gestoppt. (SDA)

Bundesrat will Corona-Quarantäne auf sieben Tage verkürzen

Der Bundesrat will die zehntägige Coronavirus-Quarantäne auf sieben Tage verkürzen. Bedingung ist ein negativer Test am siebenten Tag. Der Vorschlag ist bei den Kantonen in der Vernehmlassung.

Nach dem Kontakt zu einem Coronavirus-Infizierten oder der Rückkehr aus einem Risikogebiet gilt eine Quarantänepflicht von zehn Tagen. Auf Betreiben der Wirtschaftsverbände und Sozialpartner schlägt der Bundesrat mit der Änderung zweier Covid-19-Verordnung eine Verkürzung. Er veröffentlichte seine Vorschläge am Donnerstag.

Für die Verkürzung stehen drei Varianten zur Auswahl

  • In einer ersten soll diese Kontaktquarantäne aufgehoben werden, wenn am siebenten Tag ein Test auf das Virus negativ ausfällt.

  • Variante zwei sieht vor, die Betroffenen aus der Quarantäne zu entlassen, wenn der Test am ersten Tag der Massnahme und am siebenten Tag negativ ist.

  • Die dritte Variante verlangt von den unter Quarantäne Stehenden zur Aufhebung der Massnahme einen negativen Test am fünften Tag nach dem letzten Kontakt zum Infizierten. Hier gilt es allerdings zu bedenken, dass nach dem fünften Tag einer Infektion noch viele Menschen Symptome entwickeln.

Das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) gibt der Test- und Freigabestrategie in der ersten Variante den Vorzug. So lasse sich bei geringem Risiko weiterer Infektionen und vertretbarem Aufwand für die Kantone ein grosser Nutzen für die Betroffenen erzielen, schreibt der Bundesrat.

sda/reuters/red

3007 Kommentare
    Heinrich Baur

    Ich frage noch einmal und hoffe dass mein Eindruck vielleicht mit Argumenten widerlegt werden kann.

    1.) Wenn der AstraZeneca Impfstoff, wie neue Daten vermuten lassen, nicht vor einer Ansteckung und Weiterverbreitung schützt, sondern nur vor einer Erkrankung, wie kann dieser Impfstoff dann zu einer Herdenimmunität beitragen?

    2.) Wenn die Schweiz nur 10.5mio Dosen (für 5.25mio Personen) von Moderna und BioNTech bestellt hat mit 95% Wirksamkeit, wie kann dann eine Herdenimmunität erzielt werden, zu der mindestens 60-70% Fall geimpft sein müssten??? Bewahrheitet sich die höhere Einstellungsrate durch das britische Virus wären sogar eher notwendig 80%.

    3.) Müsste nicht schnellstmöglich zusätzlicher Impstoff bestellt werden, nicht zuletzt, um auf eine Impfpassanforderung bei der Ausreise vorbereitet zu sein?

    Stupide Dislikes helfen dabei allerdings nicht weiter (-;