Polizei erhielt Besuch von der Anti-Folter-Kommission

Letzte Woche beging der Verdächtige im Fall Schumacher im Zürcher Polizeigefängnis Suizid. Die Anti-Folter-Kommission prüft nun, wie solche Vorkommnisse verhindert werden könnten.

Hier beging ein Rega-Kadermitglied Suizid: Das Zürcher Polizeigefängnis.

Hier beging ein Rega-Kadermitglied Suizid: Das Zürcher Polizeigefängnis.

(Bild: Keystone)

Die Nationale Kommission zur Verhütung der Folter (NKVF) untersucht die Haftbedingungen im Polizeigefängnis Zürich, in dem sich der Rega-Kaderangestellte diese Woche das Leben genommen hat.

Der Besuch einer Delegation habe bereits im April stattgefunden, wie Leo Näf, Vizepräsident der NKVF, gemäss «NZZ am Sonntag» sagt. Der Bericht sei aber noch ausstehend. Die vom Bund eingesetzte Kommission hat die Untersuchungshaft zu ihrem diesjährigen Schwerpunktthema gewählt.

Näf: U-Haft ist sehr restriktiv

«Wir prüfen die Bedingungen in der Untersuchungshaft und werden dann soweit erforderlich auch generelle Empfehlungen zur Verbesserung der Situation abgeben, wenn möglich auch im Hinblick auf die Vermeidung von Suiziden», sagt Näf.

«Persönlich finde ich, dass die Bedingungen der Untersuchungshaft in Schweizer Gefängnissen zu restriktiv sind», sagt Näf. Denn obwohl für die Inhaftierten die Unschuldsvermutung gelte, sei das Haftregime in der Untersuchungshaft das strengste überhaupt.

In Zelle erhängt

Näf schlägt eine stufenweise Lockerung der Untersuchungshaft vor und empfiehlt, den Einsatz von Kameras in den Zellen zu prüfen.

Vergangene Woche hatte sich ein Kadermitarbeiter der Rega nach seiner Verhaftung im Zürcher Polizeigefängnis erhängt. Der Mann wurde verdächtigt, Krankenakten des verunfallten Ex-Autorennfahrers Michael Schumacher verschiedenen Medien angeboten zu haben.

mrs

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