Zum Hauptinhalt springen

Nach der Enttäuschung überwiegt die Freude

Nach dem 6. Rang im Marathon zeigte sich Viktor Röthlin zufrieden. Nur bei optimalen Rennverlauf wäre eine Medaille möglich gewesen.

Im ersten Moment enttäuscht, dann zufrieden: So zeigte sich Viktor Röthlins Gefühlswelt nach dem 6. Rang im olympischen Marathon von Peking.

«Marathon ist eine weltweit betriebene und hoch angesehene Sportart. Die Besten waren hier, nur Haile Gebrselassie fehlte. Da muss ich mit dem 6. Platz zufrieden sein», sagte er.

Beim Einlaufen ins Stadion, als klar war, dass er keine Medaille mehr gewinnen konnte, fühlte er starke Emotionen, die er einen Moment lang «nicht kontrollieren konnte. Eine Medaille wäre das Grösste gewesen, damit hätte ich wirklich Leichtathletik-Geschichte schreiben können», sagte der Schweizer nach seinem dritten Olympia-Marathon. Und weiter: «Diese Chance hatte ich nur einmal. Vor vier Jahren in Athen war ich noch nicht so weit, in vier Jahren in London werde ich zu alt sein.» Dannzumal wird er fast 38-jährig sein.

Röthlin durchlebte auf dem Weg durch Pekings Strassen mehrere schwierige Phasen, aber er sei «nie gestorben». Motivierend sei es gewesen, als «sterbende Konkurrenten zurückfielen». Und als der Amerikaner Dathan Ritzenheim (9.) einmal von hinten zu Röthlin vorstiess, habe ihn dies wachgerüttelt.

Zufrieden ist Röthlin auch insofern, als er «das Vogelnest von innen sehen und nicht nach 30 km aussteigen» wollte. Die letzten 5 km seien wiederum eine Kopfsache gewesen.

Der Schweizer Leistungssportchef Peter Haas war des Lobes voll: «Vik ist ein taktisch phantastisches Rennen gelaufen», sagte Haas, «er hat Coolness bewahrt und jederzeit genau gewusst, was er tut.» Auch für Haas, der nun in seiner Peking-Bilanz einen Top-8-Platz vorweisen kann, war der Marathon eine emotionale Angelegenheit.

Daniel Troxler, Röthlins Vertrauensmann und Physiotherapeut, stellte fest: «Vom Potenzial her war für Vik Rang 5 bis 8 möglich. Der Rest war von den Leistungen der Konkurrenz abhängig.»

si/cal

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch