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Waldbrände und Unwetter fordern Todesopfer in den USA

Während Teile der USA von Wassermassen überflutet sind, kämpft Kalifornien mit einem anderen Problem: Feuersbrünste, die sich rasend schnell ausbreiten.

Kampf gegen die Flammen: Ein Feuerwehrmann bei Löscharbeiten in der Nähe von Lake Isabella in Kalifornien. (24. Juni 2016)
Kampf gegen die Flammen: Ein Feuerwehrmann bei Löscharbeiten in der Nähe von Lake Isabella in Kalifornien. (24. Juni 2016)
Stuart Palley/EPA, Keystone
Ein Feuerwehrmann versucht, den Brand neben einer Autobahn nahe Lake Isabella zu löschen.
Ein Feuerwehrmann versucht, den Brand neben einer Autobahn nahe Lake Isabella zu löschen.
Jae C. Hong, Keystone
Auch diese Küche wurde von den Wassermassen heimgesucht.
Auch diese Küche wurde von den Wassermassen heimgesucht.
Sam Owens/Charleston Gazette-Mail, Keystone
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Bei Waldbränden in Kalifornien sind mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Wie die Feuerwehr am Freitag mitteilte, wurden die beiden Toten im beliebten Urlaubsort Lake Isabella östlich von Bakersfield gefunden. Der Brand habe sich so rasch durch das trockene Bergland gefressen, dass viele andere nur knapp mit dem Leben davon gekommen seien.

Mindestens 75 Quadratkilometer Land in der südlichen Sierra Nevada seien verbrannt, mindestens 80 Häuser zerstört worden, sagte ein Feuerwehrsprecher. Angetrieben wurde das Feuer durch heftigen Wind. Dadurch habe es sich innerhalb von 13 Stunden 17 Kilometer fortbewegt, sagte Feuerwehrchef Brian Marshall. Seine Leute seien dort immer noch in einen «Kampf von epischen Ausmassen» verwickelt. Mindestens drei von ihnen hätten Rauchgasvergiftungen erlitten.

Ausnahmezustand verhängt

Kaliforniens Gouverneur Jerry Brown erklärte am Freitag den Ausnahmezustand. Der Schritt ist notwendig, um Geld und andere Mittel zum Kampf gegen die Brände und für die anschliessenden Aufräumarbeiten freizusetzen. Staatliche Vorschriften werden vorübergehend teils ausgesetzt und Gebühren erlassen, um den Betroffenen die Rückkehr in ihre Heimatorte zu erleichtern.

Dramatische Videoaufnahmen zeigten, wie Flammen ganze Häuser umschlangen und Propangastanks zum Explodieren brachten. Über Lake Isabella hing dichter Rauch. Vielerorts waren ausgebrannte Autos zu sehen.

Einwohner auf der Flucht

Durch das schnelle Ausbreiten der Flammen blieb den Einwohnern in der Region kaum Zeit zur Flucht. Der 78 Jahre alte pensionierte Polizist David Klippel sagte, er habe keinerlei Bedrohung wahrgenommen, bis ihn die Behörden geraten hätten, sein Haus zu verlassen. Innerhalb von einer Stunde habe sich die Situation am Donnerstagnachmittag dramatisch verändert. «Ich habe mich noch nie so dicht an einem wilden Feuer befunden», sagte Klippel. «Es war unglaublich.»

Tödliche Fluten in West Virginia

Im Osten der USA haben die Bewohner hingegen mit einem anderen Element zu kämpfen. Im Bundesstaat West Virginia führten massive Regenfälle zu Überschwemmungen, die dutzende Häuser beschädigten. Mindestens 23 Menschen sind ums Leben gekommen.

Gouverneur Earl Ray Tomblin forderte 500 Mitglieder der Nationalgarde zur Unterstützung an, 17 Notunterkünfte wurden eingerichtet. In 44 Bezirken wurde der Notstand verhängt, damit Hilfe rascher angefordert werden kann.

«Der Schaden ist weit verbreitet und verheerend. Unser Fokus bleibt auf der Suche und Rettung» von Opfern, sagte Tomblin vor den Medien. Er habe nicht wie beabsichtigt in die betroffenen Gebiete fliegen können, da alle staatlichen Flugzeuge für den Rettungseinsatz benötigt wurden. Mehr als 100 Wohnhäuser und mehrere Altenheime seien schwer beschädigt.

Schlimmste Flut seit 100 Jahren

Das verheerende Tief habe seit Donnerstag zu Erdrutschen, Überflutungen und Schlammlawinen geführt. Es sei womöglich die schlimmste Flut in dem Staat seit 100 Jahren, sagte Tomlin. Unter den Toten waren auch Kinder.

Einige Gebiete des bergigen Bundesstaates in den Appalachen waren von der Aussenwelt abgeschnitten. Strassen und Gleise seien zerstört, sagte Tomblin. Rund 66'000 Häuser waren am Freitag ohne Strom oder Gas

Dank des «heroischen» Einsatzes der Rettungskräfte wurde eine Frau aus einem Auto gerettet, der das Wasser bereits bis zum Hals stand, wie Gouverneur Tomblin weiter berichtete.

Junge von Fluten mitgerissen

In Ravenswood wurde ein Vierjähriger vor den Augen seines Grossvaters von den Fluten mitgerissen, wie die Zeitung «Charleston Gazette-Mail» berichtete. Der Mann versuchte noch, den Jungen aus dem Wasser zu ziehen, was ihm aber nicht gelang. Rettungskräfte fanden die Leiche des Kindes am Freitag.

Mehrere Bewohner flüchteten vor den Wassermassen auf Haus- und Autodächer. Rund 500 Menschen sassen laut ABC News die Nacht hindurch in einem Einkaufszentrum in Elkview fest, nachdem eine Brücke fortgespült wurde. Im Internet wurden Bilder eines Hauses in Flammen veröffentlicht, das in der Kleinstadt White Sulphur Springs von den Fluten davongetragen wurde.

Gouverneur Tomblin äusserte die Erwartung, dass die Gewitterstürme am Samstag vorübergehen, warnte jedoch zugleich vor neuem Regen.

SDA/chi

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