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Zwei kleine Mädchen in Indien vergewaltigt

In Neu Delhi sind zwei Mädchen im Alter von zweieinhalb und fünf Jahren Opfer von Vergewaltigungen geworden. Die Bevölkerung ist empört.

Empört: Nach der Vergewaltigung an zwei jungen Mädchen protestiert die Bevölkerung von Neu Delhi. (18. Oktober 2015)
Empört: Nach der Vergewaltigung an zwei jungen Mädchen protestiert die Bevölkerung von Neu Delhi. (18. Oktober 2015)
Tsering Topgyal, Keystone
Studenten aus der Hauptstadt protestieren die Praxis in ihrem Land. Vergewaltigungen an Frauen jeden Alters gehören in Indien zum Alltag.
Studenten aus der Hauptstadt protestieren die Praxis in ihrem Land. Vergewaltigungen an Frauen jeden Alters gehören in Indien zum Alltag.
Sajjad Hussain, AFP
Die Dunkelziffer im grossen Land ist riesig. Vor allem junge Frauen wehren sich gegen Vergewaltigungen, die oft von den Behörden verschleiert werden.
Die Dunkelziffer im grossen Land ist riesig. Vor allem junge Frauen wehren sich gegen Vergewaltigungen, die oft von den Behörden verschleiert werden.
Tsering Topgyal, Keystone
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In Indien sorgt ein weiterer Fall brutaler Gewalt gegen Mädchen für Entsetzen: Nach Polizeiangaben vom Samstag wurden in der Hauptstadt Neu Delhi zwei junge Mädchen Opfer von sexuellen Vergehen – in mindestens einem der Fälle soll es sich um eine Gruppenvergewaltigung gehandelt haben. Laut Polizei wurde das jüngere Kind am Freitagabend von zwei Männern im Westen der Stadt verschleppt und sexuell missbraucht. Dies hätten medizinische Tests gezeigt.

Weitere Untersuchungen sollen zeigen, ob die Zweijährige von beiden Männern vergewaltigt wurde. Nach der Tat wurde das Kleinkind in einem Park in der Nähe seines Elternhauses liegengelassen und Stunden später stark blutend aufgefunden.

Gruppenvergewaltigung einer Fünfjährigen

Nachdem es zunächst wütende Proteste gegen die Polizei wegen ausbleibender Festnahmen in dem Fall gegeben hatte, verkündete Polizeivertreter Dependra Pathak am Sonntag die Festnahme zweier 17-Jähriger. «Durch die Festnahme von zwei Jugendlichen im Vergewaltigungsfall eines Kindes hat die Polizei von Delhi das Verbrechen aufgeklärt», sagte Pathak. Die beiden stammten aus demselben Armenviertel wie ihr Opfer. Die Familie des Kindes soll einen von beiden gekannt haben. Die Anklage soll in zehn Tagen erfolgen.

In dem anderen Fall wurde eine Fünfjährige laut Polizei von drei Männern im Osten der Stadt mehrfach vergewaltigt, nachdem das Kind am Freitagabend in das Haus eines Nachbarn gelockt worden war. Anwohner hätten das Kind später mit blutverschmierter und zerrissener Kleidung entdeckt und das Mädchen habe erzählt, was passiert sei.

Einige Anwohner hätten dann das Haus gestürmt und die mutmasslichen Täter festgehalten und später der Polizei übergeben. Beide Kinder werden medizinisch behandelt, sollen aber ausser Lebensgefahr sein.

Machtkampf begünstigt Übergriffe

«Wann wacht Delhi endlich auf?» schrieb Delhis Frauenausschuss-Vorsitzende Swati Maliwal im Kurznachrichtendienst Twitter. «Bis wann werden Mädchen in der indischen Hauptstadt Opfer von Brutalität? Eine Gruppenvergewaltigung von einer Zweieinhalb- und einer Fünfjährigen - beschämend.»

Delhis Regierungschef Arvind Kejriwal nannte die Taten ebenfalls «beschämend und besorgniserregend», machte aber die Zentralregierung von Premierminister Narendra Modi für die Sicherheitslage verantwortlich. Modis Regierung kontrolliert die 84'000 Mann starke Polizei in der Stadt – die grösste der Welt.

Ranjana Kumari vom Zentrum für Sozialforschung in der Stadt sagte der AFP, der anhaltende Machtkampf zwischen beiden Regierungen mache Delhi verwundbar für solche Verbrechen und die Situation verschlechtere sich weiter. Die meisten derartigen Fälle ereigneten sich in Armenvierteln, wo die Täter oft keine Strafverfolgung fürchteten.

Hohe Dunkelziffer

Vergewaltigungen sind in Indien weit verbreitet. In der Vergangenheit sorgten immer wieder Fälle brutalster Übergriffe auf Frauen und zuletzt auch auf Kinder, für Entsetzen. Im Dezember 2012 sorgte die Gruppenvergewaltigung einer Studentin in einem Bus in Neu Delhi weltweit für Schlagzeilen.

Die Studentin starb, die Tat löste eine landesweite Debatte über Gewalt gegen Frauen aus. Sie führte zu einer Verschärfung der Gesetzgebung, derartige Übergriffe halten aber an.

2014 wurden nach offiziellen Angaben mehr als 36'700 Vergewaltigungen gezählt, davon mehr als 2000 in Neu Delhi. Experten gehen aber von einer deutlich höheren Dunkelziffer aus.

(afp/sda)

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