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Weinstein-Prozess: Zeugenbefragungen sind beendet

Der ehemalige Filmproduzent wird selbst im New Yorker Gerichtssaal nicht aussagen.

Bühne frei für die Schlussplädoyers: Harvey Weinstein verlässt das Gerichtsgebäude. (AP/Keystone/Mark Lennihan/10. Februar 2020)
Bühne frei für die Schlussplädoyers: Harvey Weinstein verlässt das Gerichtsgebäude. (AP/Keystone/Mark Lennihan/10. Februar 2020)

Im Prozess gegen Harvey Weinstein wegen mutmasslicher Sexualverbrechen gingen die Zeugenbefragungen zu Ende. Weinsteins Anwälte bestätigten am Dienstag vor dem New Yorker Gericht, dass der einstige Hollywood-Mogul selbst nicht aussagen wird.

Damit ist der Weg frei für die Schlussplädoyers von Anklage und Verteidigung. Weinstein-Anwältin Donna Rotunno dürfte sich am Donnerstag an die zwölf Geschworenen wenden.

Dem 67-Jährigen wird in dem Prozess vorgeworfen, 2013 die Schauspielerin Jessica Mann vergewaltigt und 2006 der früheren Produktionsassistentin Mimi Haleyi Oralsex aufgezwungen zu haben.

In dem von einem gewaltigen Medieninteresse verfolgten Verfahren sagten insgesamt sechs Frauen aus, sie seien von Weinstein sexuell attackiert worden. Die Staatsanwaltschaft wollte damit ein Muster sexueller Übergriffe durch den einst mächtigen Produzenten beweisen.

Allerdings räumten sowohl Mann als auch Haleyi vor Gericht ein, dass sie nach den mutmasslichen Angriffen mindestens ein Mal einvernehmlichen sexuellen Kontakt mit Weinstein hatten. Die 34-jährige Mann sprach von einer «erniedrigenden» und «komplizierten» Beziehung.

Sieben Zeugen für Weinstein

Weinsteins Verteidigung lud sieben Zeugen vor, um die Vorwürfe gegen den Gründer des Miramax-Filmstudios zu entkräften und die Glaubwürdigkeit der mutmasslichen Opfer zu untergraben. So sagte eine Freundin Manns am Montag aus, die Schauspielerin habe Weinstein als «Seelenverwandten» bezeichnet und ihr gegenüber nie von einem sexuellen Angriff gesprochen.

Weinstein hat alle Vorwürfe zurückgewiesen und spricht von einvernehmlichen sexuellen Beziehungen. Seine Anwältin Rotunno hat den Frauen vorgeworfen, Weinstein manipuliert zu haben, um ihre eigenen Karrieren zu fördern.

Das Verfahren – ein Prüfstein für die weltweite #MeToo-Bewegung – hat gezeigt, wie schwierig die Aufarbeitung mutmasslicher Sexualverbrechen in der Welt der Hollywood-Prominenz ist. Für eine Verurteilung müssen die zwölf Geschworenen einstimmig zu dem Schluss kommen, dass Weinstein schuldig ist.

Insgesamt werfen mehr als 80 Frauen, darunter eine Reihe bekannter Schauspielerinnen, dem «Pulp Fiction»-Produzenten sexuelle Übergriffe vor. Die meisten Fälle sind aber verjährt. Das Bekanntwerden der Vorwürfe im Herbst 2017 hatte die weltweite #MeToo-Bewegung ausgelöst.

SDA/fal

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