Waschbär klettert auf UBS-Tower und wird zum Social-Media-Star

Beobachter fieberten live mit: In Minnesota hielt die Reise eines Waschbärs Tausende in Atem.

Auf Twitter zeugen Zehntausende Einträge, Fotos und Videos von der Aufregung um den kleinen Abenteurer. (Video:Tamedia/Storyful)

Ein Waschbär hat mit einer Kletteraktion an einem Bürogebäude in der Stadt St. Paul im US-Staat Minnesota Schaulustige fasziniert und Interesse in sozialen Medien erweckt. Zuschauer und Reporter beobachteten das Tier an der Fassade des UBS Tower am Dienstag.

Am Nachmittag (Ortszeit) hatte der Kletterer auf einem Gebäudevorsprung in einer Höhe von mehr als 20 Stockwerken Stopp gemacht. Der Sender Minnesota Public Radio gab dem Waschbären den Hashtag #mprraccoon. Viele Menschen fürchteten um die Sicherheit des Tieres.

Verbrachte Nacht auf Turm

Der Waschbär war erstmals am Dienstagmorgen auf einem Gebäudevorsprung entdeckt worden. Da war er noch nicht so weit oben. Die Tierkontrollbehörde von St. Paul vermutete, dass das Tier die ganze Nacht dort gewesen sein könnte, bevor es nach oben kletterte.

Auf Social Media wurde die wundersame Reise des Waschbären genau beobachtet. Viele Leute blieben gemäss ihren Einträgen länger wach, um sich zu vergewissern, dass das Tier in Sicherheit ist.

Es wurden auch Fotos aus dem Inneren des Gebäudes geteilt, die den Waschbären aus der Nähe zeigen.

Eine Anspielung vergleicht den Waschbären gar mit dem Pariser «Spiderman»: Ein 22-jähriger Malier kletterte Ende Mai ein Pariser Wohnhaus hinauf, um ein Kind von einem Balkon zu retten. Darauf wurde er vom französischen Präsidenten Emmanuel Macron in den Elysée-Palast eingeladen und eingebürgert.

Happy End mit Katzenfutter

In der Nacht hat es der kleine Abenteurer schliesslich geschafft. Das zerzauste braune Tier wurde zur allgemeinen Erleichterung auf dem Dach des 25-stöckigen Büroturms eingefangen.

Nach Mitternacht (Ortszeit) erreichte der Waschbär dann das Dach - und lief dort in eine Falle mit Futter, die behördliche Tierschützer aufgestellt hatten. Nach einem «köstlichen Mahl aus weichem Katzenfutter» sei das Tier gefangen und an die für Wildtiere zuständige Behörde übergeben worden, teilte die Gebäudeverwaltung im Kurzbotschaftendienst Twitter mit. Der Waschbär, der gemäss Wildlife Management Services eigentlich eine Waschbären-Dame ist, wurde im Norden der Stadt ausgesetzt.

Waschbären-Dame ergriff Flucht nach oben

Der Waschbär war offensichtlich von Bauarbeitern erschreckt worden, die am Fuss des Gebäudes arbeiteten, und hatte daraufhin die Flucht nach oben ergriffen. Am Nachmittag schrieb die Bank UBS auf Twitter, sie sei froh, dass der Waschbär wohlbehalten und in Sicherheit sei. Man bedanke sich sehr bei den Tierschützern, die ihn nun im Norden der Stadt aussetzen würden.

Waschbären leben in Waldgebieten und können auf der Suche nach Nahrung auch auf Campingplätzen vorbeischauen. In den vergangenen 30 Jahren wurden auch in der Schweiz immer wieder einzelne Tiere mit der typischen schwarzen Augenbinde und dem auffälligem Schwanz gesehen. Der Waschbär ist aber in der Schweiz nicht heimisch.

sep/sda

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