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Video zeigt Aufprall der Tupolew

Als eine russische Passagiermaschine über die Piste hinaus auf eine Autobahn raste, hatten mehrere Autofahrer Glück. Einer von ihnen filmte das Unglück.

Fünf Menschen starben am Samstag bei einem Flugzeugunglück am Moskauer Flughafen Wnukowo; drei wurden schwer verletzt. Eine Tupolew 204 konnte nach der Landung nicht bremsen, fuhr über die Piste hinaus und zerbrach, als sie auf eine Autobahn traf. Ein Autofahrer, der auf dieser Strasse unterwegs war, hatte eine Kamera eingeschaltet. Die Aufnahme zeigt die Wucht des Aufpralls. Trümmerteile treffen das Auto, das vor ihm fährt. Doch Autofahrer kamen offenbar nicht zu Schaden.

Im Flugzeug befanden sich nach offiziellen Angaben acht Personen, alles Besatzungsmitglieder. Die Maschine der Airline Red Wings kam ohne Passagiere aus Tschechien. Nach dem Unfall mussten die Autobahn Richtung Kiew und der Flughafen vorübergehend geschlossen werden.

Bremsen möglicherweise Ursache

Die Ursache für das Unglück ist möglicherweise gefunden: Die Ermittler gingen am Sonntag davon aus, dass das Bremssystem nicht korrekt funktionierte und die Maschine deshalb über die Piste hinausschoss. «Das Flugzeug landete im richtigen Landebereich, konnte dann aber aus irgendeinem Grund nicht anhalten», sagte der Chef der Flugverkehrsbehörde, Alexander Neradko, im Fernsehen.

Einem Vertreter des Ermittlerteams zufolge nutzten die Piloten «alle im Flugzeug befindlichen Bremssysteme». Der wahrscheinlichste Grund dafür, dass die Maschine dann nicht stoppen konnte, seien «eine kaputte Schubumkehr oder defekte Bremsen» gewesen, zitierte die Nachrichtenagentur Interfax den Vertreter. Weitere Erkenntnisse erhoffen sich die Ermittler vom Flugschreiber, der am Samstagabend gefunden wurde.

Die Schubumkehr wird nach dem Aufsetzen des Flugzeugs eingesetzt, um die mechanischen Bremsen zu unterstützen. Dabei wird der Luftstrom im Triebwerk durch Klappen in die Gegenrichtung gelenkt, wodurch eine Kraft entgegen der Fahrtrichtung entsteht. So wird die Maschine gebremst.

Airline-Besitzer beschuldigt Fluglotsen

Der russische Finanzmagnat Alexander Lebedew, dem die Fluglinie Red Wings gehört, erklärte, der vier Jahre alte Jet sei erst Ende November sorgfältig überprüft worden. Möglicherweise habe eine anfängliche Weigerung der Fluglotsen, die Maschine landen zu lassen, zu dem Unglück beigetragen, twitterte er. Das Flugzeug habe deshalb mehrere Kreise über Wnukowo ziehen müssen. «Jede Maschine hat ihr Limit, auch wenn sie neu ist.»

Russische Medien berichteten indes, bereits vor dem Unfall hätten sich die Behörden besorgt über das Bremssystem des Flugzeugtyps gezeigt. Demnach schrieb die staatliche Aufsichtsbehörde am Freitag einen Brief an den Hersteller und verwies auf möglicherweise defekte Bremsen, nachdem eine Maschine vom Typ Tupolew 204 in der vergangenen Woche Probleme bei der Landung hatte.

AFP/rub

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