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Vater droht nach Kindstod Hinrichtung

Sieben Stunden lang liess der Mann seinen 22 Monate alten Sohn im Auto sitzen. Das Kind starb an einem Hitzeschlag. Nun tauchen irritierende Informationen im Internet auf.

«Vergass» seinen Sohn im Auto: Der Vater wird ins Gericht geführt. (3. Juli 2014)
«Vergass» seinen Sohn im Auto: Der Vater wird ins Gericht geführt. (3. Juli 2014)
Reuters

Einem 33-jährigen Mann droht im US-Staat Georgia die Todesstrafe, weil er seinen Sohn sieben Stunden im Auto sitzen liess. Der knapp zweijährige Knabe starb an einem Hitzeschlag.

Weil er seinen einjährigen Sohn sieben Stunden lang alleine im Auto sitzen liess und so dessen Hitzetod herbeiführte, droht einem Vater in den USA die Hinrichtung. Die Höchststrafe sei in diesem schwerwiegenden Fall durchaus möglich, sagte Richter Frank Cox bei einer Anhörung am Donnerstag im US-Bundesstaat Georgia.

Die Freilassung des Beschuldigten gegen Kaution lehnte er ab. Der 33-Jährige steht wegen schwerwiegender Indizien unter Mordverdacht. Während das 22 Monate alte Kind angeschnallt auf der Rückbank des aufgeheizten Autos sass, arbeitete sein Vater im Büro.

Nach eigener Darstellung hatte er vergessen, den Jungen am 18. Juni im Kindergarten abzuliefern, und den Fehler erst nach Feierabend bemerkt. Auf der Rückfahrt sei ihm der leblose Körper auch erst nach einigen Minuten aufgefallen, woraufhin er sofort angehalten und Hilfe gerufen habe.

Richter Cox äusserte erhebliche Zweifel an dieser Version der Geschichte: Er stellte die Frage in den Raum, wie der Mann in seinen Geländewagen habe steigen und weiterfahren können, obwohl zu diesem Zeitpunkt bereits die Totenstarre eingesetzt und ein beissender Gestank im Auto geherrscht haben müsse.

Verräterisches Internet?

Ausserdem stellte sich im Zuge der Ermittlungen heraus, dass der Beschuldigte vor dem Vorfall im Internet Informationen über ein Leben ohne Kinder und Haftbedingungen in Gefängnissen eingeholt hatte. Darüber hinaus sah er sich Videos über Tiere an, die bei grosser Hitze qualvoll im Auto verendeten.

Ein Polizist sagte vor Gericht aus, weder der Vater noch die Mutter des Jungen hätten nach dessen Tod erkennbare Gefühlsregungen gezeigt. Mehrere Zeugen beschrieben den Beschuldigten hingegen als liebevollen Vater.

Wegen des immensen öffentlichen Interesses an dem Fall wurde die Anhörung am Donnerstag live von mehreren US-Fernsehsendern übertragen.

(SDA)

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