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Unbeliebtester britischer Minister wird ausgebuht

Statt Applaus hat der britische Schatzkanzler im Londoner Olympiastadion Buhrufe geerntet. George Osborne hat es sich mit den Wählern verscherzt – unter anderem wegen einer «Pasteten-Steuer».

Der britische Minister George Osborne hat sich seinen Auftritt an den Paralympics sicher anders vorgestellt. Im Londoner Olympiastadion durfte der konservative Politiker bei der Siegerehrung des 400-Meter-Finals die Medaillen verleihen. Kaum nannte der Stadionsprecher jedoch seinen Namen, füllten lautstarke Buhrufe das Stadion. Osborne kämpfte sichtlich darum, sein Lachen zu behalten.

Der Schatzkanzler der Tory-Regierung ist bei den britischen Wählern höchst unbeliebt. In einer Umfrage im Auftrag der Tageszeitung «Guardian» sagten 48 Prozent der Befragten, Osborne solle bei der kommenden Kabinettsumbildung ausgewechselt werden. Gerade mal 24 Prozent der Befragten sind mit seiner Amtsführung zufrieden – der tiefste Zustimmungswert aller aktuellen Minister.

Steuererleichterung für hohe Einkommen

Bereits letztes Jahr musste Osborne eingestehen, dass er das strukturelle Budgetdefizit Grossbritanniens bis zu den nächsten Wahlen 2015 nicht wird beseitigen können. Im Frühling dieses Jahres kündigte Osborne an, den Steuersatz für Einkommen über 150'000 Pfund zu senken – laut BBC, da diese sowieso fast nichts einbringe.

Laut dem «Guardian» zeigte sich aber, dass er die Steuerausfälle nicht einmal mit einer Reihe verschiedener Massnahmen ausgleichen konnte. Zu diesen gehörte die Erhöhung der Mehrwertsteuer auf warm verkauftes Essen wie Pasteten oder Würstchen im Teig, welche in Grossbritannien sofort den Übernamen Pasty Tax – Pasteten-Steuer – erhielt und mit der sich Osborne definitiv in die Nesseln setzte.

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