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U-Bahn-Streik sorgt für Chaos im Londoner Verkehr

Vier Gewerkschaften haben zum Streik bei der Tube aufgerufen und sorgen so für verstopfte Strassen und Züge in London.

Die Tube wird bestreikt, der Andrang auf die Busse ist gewaltig: Zahlreiche Wartende an der Stratford Station in London. (9. Juli 2015)
Die Tube wird bestreikt, der Andrang auf die Busse ist gewaltig: Zahlreiche Wartende an der Stratford Station in London. (9. Juli 2015)
Stefan Rousseau, Keystone
Fahrer der U-Bahn und Stationspersonal sind in einen 24-stündigen Streik getreten: Pendler bemühen sich um einen Platz in einem Bus.
Fahrer der U-Bahn und Stationspersonal sind in einen 24-stündigen Streik getreten: Pendler bemühen sich um einen Platz in einem Bus.
Frank Augstein, Keystone
Plakate von Gewerkschaften an den verschlossenen Türen der Brixton Station in London.
Plakate von Gewerkschaften an den verschlossenen Türen der Brixton Station in London.
Niklas Halle'n, AFP
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Ein Streik bei der Londoner U-Bahn hat vom frühen Morgen an Chaos im Londoner Nahverkehr ausgelöst. Zehntausende mussten auf Busse, die Stadtbahn Overground und Züge ausweichen. Diese waren daher hoffnungslos überfüllt. Anders als bei den meisten Streiks fuhren die U-Bahnen nicht einmal im Notverkehr, sondern waren komplett lahmgelegt. Der Streik sollte 24 Stunden dauern und am Donnerstagabend enden.

Die bei der «Tube» genannten U-Bahn-Beschäftigten wollen mehr Geld, weil sie ab September auf vielen Strecken am Wochenende auch nachts arbeiten sollen. Bisher fahren nachts in London nur Busse. 200 Ersatzbusse und zusätzliche Leihfahrräder wurden zur Verfügung gestellt.

Auf seiner Internetseite veröffentlichte das Regierungsunternehmen Transport for London (TFL) ausserdem Fussgängerkarten und empfahl Londonern mit Fahrrad, lieber dieses zu benutzen. Für Fans des Tennisturniers in Wimbledon, das am Wochenende zu Ende geht, organisierte das Transportunternehmen Sammeltaxis.

Nachtbusse und Taxis nach Mitternacht

Der Londoner Bürgermeister Boris Johnson schrieb auf Twitter, der Streik sei «politisch motiviert». Die «Gewerkschaftsbosse» müssten den Arbeitskampf abbrechen. Derzeit müssen die Menschen in London nach Mitternacht auf Taxis oder Nachtbusse zurückgreifen.

Die Londoner Nacht-U-Bahnen sollen künftig auf mehreren Strecken fahren. Dem Personal wurden dafür Gehaltserhöhungen von durchschnittlich zwei Prozent in diesem Jahr in Aussicht gestellt, zudem ein Inflationsausgleich in den kommenden zwei Jahren und eine einmalige Bonuszahlung von 2000 Pfund (rund 2900 Franken) für jeden Nachtfahrer. Die Gewerkschafter lehnten das Angebot am Mittwoch ab. Finn Brennan von der Lokführergewerkschaft Aslef warf den TFL-Managern ein «törichtes Spiel am Rande des Abgrundes» vor. Zuletzt hatte es 2002 einen Streik bei Londons «Tube» gegeben.

SDA

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