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Trinken und ertrinken

In Russland herrscht eine Rekordhitze. Diese – und andere Gründe – sorgen für einen weiteren, traurigen Höchstwert.

Selbst in Sibirien wird gebadet: Russische Schwimmer im Yenisei-Fluss bei Krasnoyarsk.
Selbst in Sibirien wird gebadet: Russische Schwimmer im Yenisei-Fluss bei Krasnoyarsk.

Mindestens 110 Menschen sind in Moskau seit Beginn der offiziellen Badesaison vor sechs Wochen ertrunken. Allein am Wochenende starben mindestens elf Badende in Seen und Flüssen der russischen Hauptstadt. Im Juli sind im ganzen Land über 400 Menschen gestorben, im Juni waren es gar 1244 Ertrunkene, wie die Gesundheitsbehörde auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP berichtet. Alleine in Moskau ist die Zahl der Todesopfer dreimal so hoch wie im selben Zeitraum des Vorjahres.

Ärzte beklagen immer wieder, dass zahlreiche Russen bei Temperaturen von weit über 30 Grad Celsius betrunken ins Wasser steigen. Dies bestätigt auch die russische Gesundheitsbehörde gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur RIA Novosti: «Die Hauptursache für die Todesfälle im Wasser sind mangelnde Ausrüstung und der Einfluss von Alkohol.» Ausserdem würden viele Menschen an Stellen schwimmen, die nicht als Badestrände ausgewiesen seien.

Betrunkene Tote

Erst gerade letzte Woche wurden zwei Lehrer einer Moskauer Schule für das Ertrinken von sechs Schulkindern verantwortlich gemacht. Bei einem Badeausflug am Asowschen Meer in Südrussland wurden die Kinder von einer starken Strömung erfasst. Die Lehrer hatten ihnen erlaubt, ohne Schwimmweste baden zu gehen. Laut Ermittlungen war einer der Lehrer betrunken. Letztes Jahr ertranken insgesamt 6476 Personen in Russland, fast 2000 davon in betrunkenem Zustand, wie die Gesundheitsbehörde weiter berichtet.

Russland leidet unter einer Hitzewelle wie seit fast vierzig Jahren nicht mehr. In Moskau stiegen die Temperaturen in den letzten Tagen auf über 33 Grad. Ein Rekord, der seit 1938 nicht mehr erreicht wurde. In rund zehn russischen Zentralregionen wird das Quecksilber gar auf über 38 Grad ansteigen. Regen wird es laut den Wetterbehörden in den nächsten fünf Tagen keinen geben. Letztmals war es 1972 während 13 Tagen hintereinander über 30 Grad heiss.

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