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Tödliche Schüsse vor dem Empire State Building

Mitten in Manhattan erschoss ein Mann einen ehemaligen Arbeitskollegen. Daraufhin lieferte er sich eine Auseinandersetzung mit der Polizei und wurde getötet, neun Unbeteiligte wurden verletzt. New Yorks Bürgermeister thematisierte kurz zuvor die US-Waffengesetze.

Riesiges Medieninteresse: Eine Augenzeugin spricht mit der Presse. (24. August 2012).
Riesiges Medieninteresse: Eine Augenzeugin spricht mit der Presse. (24. August 2012).
AFP
Einsatz nach Minuten: Ein Ausschnitt aus Fernsehbildern von «WABC-TV» zeigt Sanitäter bei der Behandlung von Angeschossenen an der Kreuzung vor dem Empire State Building. (24. August 2012)
Einsatz nach Minuten: Ein Ausschnitt aus Fernsehbildern von «WABC-TV» zeigt Sanitäter bei der Behandlung von Angeschossenen an der Kreuzung vor dem Empire State Building. (24. August 2012)
AP Photo/WABC-TV, Keystone
Waffenkritiker: Nur Minuten vor der Schiesserei hatte New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg am Radio vor «zuviel Waffen auf den Strassen» gewarnt. (Foto: 14. August 2012)
Waffenkritiker: Nur Minuten vor der Schiesserei hatte New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg am Radio vor «zuviel Waffen auf den Strassen» gewarnt. (Foto: 14. August 2012)
Jessica Rinaldi, Reuters
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Das Empire State Building ist Schauplatz einer tödlichen Schiesserei geworden: Ein entlassener Designer eröffnete am Freitag vor dem berühmten New Yorker Wahrzeichen das Feuer auf einen früheren Arbeitskollegen und verletzte ihn dabei tödlich. Bei einer kurzen Auseinandersetzung mit Beamten wurde der Angreifer schliesslich erschossen, wie die Polizei mitteilte. Neun weitere Menschen wurden verletzt, keiner von ihnen schwebt jedoch in Lebensgefahr. Womöglich wurden sie von umherfliegenden Polizeikugeln getroffen. New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg sprach auf einer Pressekonferenz von einer entsetzlichen Tragödie.

Bei dem Täter handelt es sich um den im vergangenen Jahr entlassenen Designer Jeffrey J., wie der die Behörden mitteilten. Im olivenfarbenen Anzug ging er demnach auf den Vizepräsidenten seiner früheren Firma Hazan Imports zu, setzte ihm eine Waffe an die Schläfe und drückte wortlos ab. «Er hat dem Mann in den Kopf geschossen», sagte ein Augenzeuge den Ermittlern. Nachdem der Mann dann zu Boden gegangen sei, habe der Angreifer vier Mal aus kurzer Distanz auf sein Opfer gefeuert.

Passanten rannten um ihr Leben

Der Täter ging daraufhin weg und mischte sich auf der 5th Avenue unter die Menschenmenge, wie die Polizei mitteilte. Ein Bauarbeiter, der die Schiesserei verfolgte, folgte ihm jedoch und alarmierte zwei Polizisten. Die Beamten jagten dem Täter hinterher, als dieser plötzlich innehielt, sich umdrehte und seine Waffe zog. Passanten rannten um ihr Leben, darunter zwei Kinder, die nur einige wenige Meter von J. entfernt waren. Der Angreifer richtete seine Waffe auf die Beamten. Diese eröffneten sofort das Feuer und töteten den Mann. Aus einem von der Polizei veröffentlichten Überwachungsvideo ging später hervor, dass die Auseinandersetzung nur einige Sekunden dauerte.

Es sei gut möglich, dass der Angreifer nicht dazu gekommen sei, auf die Polizisten zu schiessen, sagten Ermittler. Der New Yorker Polizeichef Raymond Kelly bezeichnete den Einsatz der Beamten als angemessen. «Sie hatten keine andere Wahl» sagte er. Den Angaben zufolge feuerten die Polizisten 16 Schüsse ab. Ermittler schlössen nicht aus, dass Polizeikugeln für einige der Verwundeten verantwortlich seien, sagte Kelly.

Bürgermeister Bloomberg zeigte sich nach dem Vorfall erschüttert. New York sei zwar die sicherste Grossstadt in den USA, auch steuere die Metropole im laufenden Jahr auf einen Rekordtief an Morden zu. «Aber wir sind nicht immun gegen das landesweite Problem der Waffengewalt», fügte er hinzu. Nach Polizeiangaben hatte J. seine Waffe im Jahr 1991 in der Stadt Sarasota im US-Staat Florida gekauft. Für New York habe er jedoch keine Erlaubnis für den Besitz der Pistole besessen.

Bloomberg spricht über strengere Waffengesetze

Nur wenige Minuten vor dem Vorfall um 9 Uhr hatte Bloomberg in einer wöchentlichen Radiosendung über neue strengere Waffengesetze geredet, die für den US-Bundesstaat New York geplant sind. Bloomberg warnte vor den Gefahren von «zuvielen Waffen auf der Strasse».

«Das Argument ‹Waffen töten keine Menschen, nur Menschen töten Menschen› ist etwas um Unehrlichsten, das man dazu sagen kann», ärgerte sich der Bürgermeister. «Natürlich braucht es einen Menschen, der abdrückt. Aber der braucht dazu eine Feuerwaffe. Wir sind das einzige entwickelte Land der Welt mit diesem Problem.»

Minuten später fielen die Schüsse vor dem Empire State Building. Schiessereien, ob geplant oder ungeplant, häufen sich in den USA. 2012 schossen fast jeden Monat Männer in Gruppen von völlig Unbeteiligten. Im April wurden sieben Menschen bei einer Universität in Kalifornien getötet, im Mai vier Menschen in einer Kleinstadt in Arizona, im Juli zwölf Menschen in einem Kino in Colorado, im August sechs Menschen in einem Sikh-Tempel und kurz darauf drei Menschen bei einer Wohnungsräumung in Texas.

Gleichzeitig war die New Yorker Polizei in die Kritik geraten, als sie einen angeblich bekifften Mann mit einem Messer in der Hand mit einem Grosseinsatz verfolgt, eingekreist und danach mit zahlreichen Schüssen niedergestreckt hatte.

dapd/ley/kle

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