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Todesschütze von Daillon muss in die Therapie

Ein Walliser Gericht hat den Täter für unzurechnungsfähig erklärt. Der Mann tötete drei Frauen und verletzte zwei Männer.

Urteilsverkündung: Der Täter wird von einem Polizisten in das Bezirksgericht Conthey VS geführt. (27. August 2018)
Urteilsverkündung: Der Täter wird von einem Polizisten in das Bezirksgericht Conthey VS geführt. (27. August 2018)
Valentin Flauraud, Keystone

Der Mann, der Anfang 2013 im Walliser Dorf Daillon mit Schüssen drei Frauen umgebracht und zwei Männer verletzt hat, wird zur Therapie geschickt. Das Bezirksgericht Hérens-Conthey folgte am Donnerstag den Anträgen von Anklage und Verteidigung. Zwei Experten waren in ihren Gutachten zum Schluss gekommen, dass der Angeklagte an paranoider Schizophrenie leide und unzurechnungsfähig sei.

Das Gericht hielt dennoch fest, dass der Beschuldigte Mordversuche und Morde begangen habe. Es folgte damit einem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Feststellung der Taten sollte es den überlebenden Opfern und den Angehörigen der Opfer helfen, über die Tragödie hinwegzukommen.

Der zur Tatzeit 33-jährige Mann schoss am 2. Januar 2013 mit einem Armee-Karabiner und einer Schrotflinte rund 30 Mal im 400-Einwohner-Dorf Daillon oberhalb von Sitten um sich. Er eröffnete das Feuer auf mehrere Personen, zuerst vom Fenster seiner Wohnung aus und danach auf offener Strasse.

30 Patronen verschossen

Drei Frauen wurden getötet und zwei Männer verletzt, darunter ein Onkel des Schützen. Die Staatsanwaltschaft verlangte für ihn eine Massnahme in einer geschlossenen Einrichtung. Der Täter befindet sich bereits in einer Behandlung, wie die Staatsanwältin in der Gerichtsverhandlung sagte. Diese scheine Früchte zu tragen.

Die Staatsanwältin sprach im Prozess gleichwohl von kaltblütig und ohne Skrupel begangenen Morden. Der Angeklagte habe sich an einem Onkel rächen wollen, der ihn nach seiner Geburt eingesperrt haben soll. Er soll innerhalb weniger Minuten mit zwei Waffen 30 Patronen verschossen haben.

Verlängerbare Massnahme

Von Unzurechnungsfähigkeit war auch die Verteidigung ausgegangen. Sie unterstützte den Antrag der Anklage, dass der Täter eine Therapie absolvieren müsse, verlangte dabei aber die Abweisung der Forderungen der Zivilkläger. Der Beschuldigte sei mittellos. «Wie den Unverteidigbaren verteidigen», fragte die Verteidigerin. An der Krankheit des Beschuldigten gebe es keine Zweifel. Im Laufe der Zeit hätten sich die Symptome verschärft. Der Mann habe sich zunehmend abgekapselt.

Die therapeutische Massnahme, für die eine geschlossene Einrichtung empfohlen wird, dauert im Grundsatz fünf Jahre. Das Gericht kann aber Verlängerungen von jeweils weiteren fünf Jahren anordnen, so lange es dies für angezeigt hält. Sollte die Therapie scheitern, kann sie in eine ordentliche Verwahrung umgewandelt werden.

SDA/fal

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