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Todesraser von Wohlen: Definitiv nur neun Monate Gefängnis

Ein Raser, der 2005 in Wohlen AG ein 14-jähriges Mädchen totgefahren hat, muss neun Monate ins Gefängnis. Das Bundesgericht hat seine Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung bestätigt.

Der Raser von Wohlen, der ein 14-jähriges Mädchen tötete, wandert hinter Gitter.
Der Raser von Wohlen, der ein 14-jähriges Mädchen tötete, wandert hinter Gitter.
Bilder SF

Dem Lenker war bereits vor dem Unfall insgesamt sieben Mal der Führerausweis wegen Tempoexzessen entzogen worden. Der heute 40-jährige Italiener war am Abend des 2. Novembers 2005 auf der Farnstrasse im aargauischen Wohlen Richtung Muri ungebremst in ein 14-jähriges Mädchen gefahren. Es hatte sein Velo neben sich her geschoben und wollte eben die Strasse überqueren.

Mehrfache Tempoüberschreitungen

Der Autolenker war mit seinem Alfa Romeo mit mindestens 90 anstatt der erlaubten 80 km/h unterwegs gewesen. Durch die Kollision wurde das Unfallopfer 37 Meter weit in ein Feld geschleudert. Es erlitt einen Genickbruch und war auf der Stelle tot. Das Auto kam erst nach rund 200 Metern zum Stillstand.

Das Aargauer Obergericht sprach den Fahrer im vergangenen April der fahrlässigen Tötung schuldig und verurteilte ihn zu 9 Monaten Freiheitsstrafe. Da er bereits wegen grober Verkehrsregelverletzung vorbestraft war und den Fahrausweis wegen Schnellfahrens schon sieben Mal abgeben musste, sprach es die Strafe unbedingt aus.

Unschuldsvermutung nicht verletzt

Das Bundesgericht hat die Beschwerde des Verurteilten nun abgewiesen. Er hatte bestritten, zu schnell gefahren zu sein. Laut dem Urteil wurde die Unschuldsvermutung aber nicht verletzt. Aus der Distanz, die das Opfer weggeschleudert worden sei, habe ein Tempo von mindestens 90 km/h errechnet werden können.

Diese Schätzung entspreche auch dem Geständnis des Täters «wohl etwa 10 km/h zu viel drauf» gehabt zu haben. Abgesehen davon hätte der Betroffene nach Ansicht der Richter wegen der einsetzenden Dämmerung und des regen Verkehrs sogar noch langsamer als die an sich erlaubten 80 Stundenkilometer fahren müssen.

Ausweisentzug aufgehoben

Das Strassenverkehrsamt hatte dem Raser einen Tag nach der erstinstanzlichen Gerichtsverhandlung vor dem Bezirksgericht Bremgarten den Führerausweis vorsorglich auf unbestimmte Zeit entzogen. Das Verwaltungsgericht hob den Ausweisentzug später wieder auf, was in der Öffentlichkeit auf Unverständnis stiess.

Das Gericht war zum Schluss gekommen, dass der Ausweisentzug unverhältnismässig sei. Nach dem Unfall habe der Mann 22 Monate fahren dürfen und kein weiteres Verkehrsdelikt begangen. Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb nach dem Urteil nun plötzlich ernsthafte Bedenken an seiner Fahreignung aufgetaucht seien.

Anschliessend hatte das Strassenverkehrsamt gestützt auf ein Gutachten den definitiven Sicherungsentzug des Führerausweises verfügt. Die dagegen erhobene Beschwerde ist noch beim Verwaltungsgericht hängig, wie der Anwalt des Betroffenen auf Anfrage der SDA mitteilte.

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