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Tinder kritisiert – und einen Shitstorm geerntet

Eine Reportage über Tinder-Nutzer in der Zeitschrift «Vanity Fair» bringt die Macher der Dating-App in Rage. Die Reaktion fällt heftig aus.

«Dating-Apokalypse»: In einer Reportage von «Vanity Fair» kommt die Flirt-App nicht gut weg.
«Dating-Apokalypse»: In einer Reportage von «Vanity Fair» kommt die Flirt-App nicht gut weg.
TC

Eine Journalistin der Zeitschrift «Vanity Fair» hat sich in New York ins Nachtleben gestürzt und den Mittzwanzigern auf den Zahn gefühlt. Genauer: den jungen Erwachsenen, die rege Gebrauch von Tinder machen. So hat sich die Journalistin mit Dutzenden Männern und Frauen über ihre Erfahrung mit Dating-Apps unterhalten. Resultat: Die Partnersuche nervt viele, Männer sind Schweine und Tinder ist ein Teil des Problems.

Damit hat die Verfasserin des Artikels «Tinder and the Dawn of the Dating Apocalypse» («Tinder und der Beginn der Flirt-Apokalypse»), Nancy Jo Sales, bei den Machern der 2012 lancierten Flirt-App einen Nerv getroffen. Nachdem sie auch noch twitterte, dass 30 Prozent der Tinder-Nutzer verheiratet sind, ging man bei Tinder zum Gegenangriff über, wie die amerikanische Computerzeitschrift «Wired» schreibt.

«Unsere aktuellen Zahlen sagen, dass 1,7 Prozent der Tinder-Nutzer verheiratet sind – nicht 30 Prozent, wie dieser absurde GlobalWebIndex angibt», schreibt Tinder auf Twitter. Und an die Adresse der Journalistin: «Hey Nancy Jo Sales – diese Studie ist nicht korrekt. Wenn Sie an einer sachlichen Konversation interessiert sind, wir sind bereit.»

Doch dabei sollte es nicht bleiben: Tinder löste auf Twitter einen regelrechten Shitstorm aus. Über 30 Tweets setzten die Macher ab. Hier ein paar Beispiele:

Tinder betont ausdrücklich, dass die App weit mehr sei als bloss eine Abschlepp-App. «Sprich doch mal mit Leuten, die via Tinder zu besten Freunden geworden sind», fordern sie die Journalistin auf. «Sprich mit einem der vielen Paare – schwul oder heterosexuell – das nach der Bekanntschaft auf Tinder geheiratet hat.

Kritik an der Journalistin

Die Macher der App werfen Sales unseriösen Journalismus vor. «Stattdessen übernahm ihr Artikel eine unglaublich voreingenommene Sichtweise, das ist sehr enttäuschend.» Sie kritisieren, dass die Journalistin glaube, eine kleine Gruppe von Leuten könnte die ganze Tinder-Gemeinde repräsentieren. «Nächstes Mal nehmen Sie mit uns Kontakt auf, das ist das, was Journalisten normalerweise tun.»

In einem Kommentar gegenüber «Wired» stellt ein Tinder-Sprecher klar: «Der Artikel hat all die positiven Erfahrungen, die die Mehrheit der Nutzer auf Tinder machen, gar nicht berücksichtigt. Unsere Absicht war es, die vielen Statistiken und erstaunlichen Geschichten, die oft gar nicht veröffentlicht werden, hervorzuheben. Dabei haben wir wohl etwas überreagiert.»

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