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Tiefseeforscher Jacques Piccard gestorben

Der Schweizer ist heute Morgen mit 86 Jahren in seinem Haus am Genfersee verstorben. Bis zum heutigen Tag hält er den Rekord im U-Boot-Tiefseetauchen.

Der weltberühmte Tiefseeforscher ist tot. Jacques Piccard brachte den Schweizern das U-Boot näher.
Der weltberühmte Tiefseeforscher ist tot. Jacques Piccard brachte den Schweizern das U-Boot näher.
Keystone
Sein U-Boot «Mesoskaph» trug 1964 an der Expo die Besucher auf den Grund des Genfersees. Über 40 Jahre später kehrte «Mesoskaph» aus seinem Exil in Texas heim. Piccard hiess es an der Grenze willkommen und stellte es später an der Expo02 in Murten aus.
Sein U-Boot «Mesoskaph» trug 1964 an der Expo die Besucher auf den Grund des Genfersees. Über 40 Jahre später kehrte «Mesoskaph» aus seinem Exil in Texas heim. Piccard hiess es an der Grenze willkommen und stellte es später an der Expo02 in Murten aus.
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Auch Bertrand stellte einen Rekord auf: 1999 umrundete er in einem Heissluftballon die Erde.
Auch Bertrand stellte einen Rekord auf: 1999 umrundete er in einem Heissluftballon die Erde.
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Mit dem U-Boot «Trieste» tauchte Piccard am 23. Januar 1960 zusammen mit dem US-Marineleutnant Don Walsh bis auf den Grund des Marianen-Grabens im Pazifischen Ozean vor Japan auf 10'916 Meter Tiefe. Dies ist der tiefste Punkt der Weltmeere. Damit wurde Jacques Piccard weltbekannt.

1969 leitete er eine Expedition von sechs Wissenschaftern, die in 30 Tagen den Golfstrom von Florida bis nach Neu-Schottland erforschte: eine 3000 Kilometer lange Unterwasserreise.

Jacques Piccard hat bis ins hohe Alter sein Herzblut in die Erforschung der Meerestiefen und in seine von ihm gegründete Stiftung zum Studium und Schutz der Meere und Seen mit Sitz in Cully VD am Genfersee gesteckt. «Es bleibt noch so viel zu tun, bevor ich sterbe», hatte er an seinem 80. Geburtstag erklärt.

Vater des Expo-U-Boots

Er war auch der Erbauer des U-Boots «Mesoskaph» der Expo'64. Mit dem 166 Tonnen schweren U-Boot waren an der Landesausstellung 1964 rund 33'000 Besucher 60 Meter tief in den Genfersee eingetaucht.

Aus nächster Nähe hat Jacques Piccard immer auch die Abenteuer seines Sohns Bertrand mitverfolgt. Dieser hat 1999 zusammen mit dem Briten Brian Jones erstmals per Heissluftballon die Erde in einem Non-Stop-Flug umrundet. Bertrand trat damit in die Fussstapfen seines Grossvaters August, eines Physikers, der 1931 einen Höhenrekord mit seinem Heissluftballon geschafft hatte. 2011 will Bertrand Piccard wieder um den Erdball ziehen, dieses Mal im Solarflugzeug «Solar Impulse».

Jacques Piccard kam am 28. Juli 1922 in Brüssel zur Welt. In Genf studierte er Wirtschaftswissenschaften und internationale Beziehungen. Von 1950 an widmete er sich der Erforschung der Meerestiefen.

SDA/oku

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