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Teure Wahrsager-Hotline statt Kinotickets

Ärger am Telefon: Wer über die Ciné-Card-Line der Kitag ein Ticket bestellen möchte, bekommt unter Umständen für teures Geld die Zukunft vorausgesagt. Schuld ist eine falsche Telefonnummer.

Ein Kinogänger staunte nicht schlecht, als er vor einer Woche seine eben erst erworbene Ciné-Card zum ersten Mal einsetzen wollte. Beim Wählen der Ciné-Card-Line, einer 0900er-Nummer, welche auf der Karte steht, wurde er nicht etwa mit einem Kitag-Mitarbeiter verbunden. Am anderen Ende der Leitung erwartete ihn eine Heilerin aus Luzern: «Statt Tickets für Angelina Jolies neusten Action-Knüller, bekam ich Tipps von einer Wahrsagerin.»

Kitag-Kunden ärgern sich

Und das für teures Geld. 2,99 Franken kostet der Anruf auf die Wahrsager-Hotline pro Minute. Auf der Ciné-Card wird der Anruf mit 50 Rappen pro Minute und Anruf angezeigt. Zwar wird der Preis auf Tonband angekündigt, wer aber überzeugt ist, mit dem Kinoreservationssystem verbunden zu sein, legt den Hörer kaum auf: «Erst als eine Frauenstimme mich nach meinen Problemen und Wünschen für die Zukunft fragte, wurde ich stutzig», erklärt der betroffene Ciné-Card-Kunde. Er fühlt sich von der Kitag AG betrogen. Und ist nicht der Einzige.

Kitag-Nummer neu vergeben

Die betroffene 0900er-Nummer gehörte früher tatsächlich der Kitag, wurde dann aber gekündigt. Und vom Bundesamt für Kommunikation weitergegeben: «Wenn ein Kunde eine 0900er-Nummer nicht mehr will, warten wir mindestens sechs Monate ab, bevor wir die Nummer an einen neuen Kunden vergeben», erklärt Mediensprecherin Caroline Sauser. So kamen die Luzernischen Lebensberater auf ihre Nummer. Hier bestätigt man, dass immer wieder falsch verbundene Kitag-Kunden anrufen, betont aber, man mache sie auf die Verwechslung aufmerksam.

Kitag sieht keinen Fehler ein

Bei der Kitag ist man sich dieses Problems seit längerem bewusst. Vor Monaten schon hatte ein Radiobericht die Kinobetreiberin auf die falsche Nummer aufmerksam gemacht. Zur Korrektur wurden Kleber angefertigt, die jedoch nicht direkt an allen Ciné-Cards angebracht wurden. Ganz aus dem Verkehr gezogen hat man die Karten mit falscher Nummer aus Kostengründen nicht. Bei der Kitag bedauert man zwar, dass es zu kostspieligen Falschanrufen kommt, der Kitag-Direktor Philippe Täschler betont aber: «Wir haben nichts falsch gemacht. Mit der Vergabe unserer alten Nummer an einen neuen Betreiber haben wir nichts zu tun. Vom teuren Lebensberaterdienst distanzieren wir uns.» Täschler sagt weiter, nur noch im Kino Metropol in Zürich seien rund 25 alte Ciné-Cards im Umlauf, beim Kauf werde der Kunde vom Kassenpersonal auf die alte Nummer aufmerksam gemacht. In allen anderen Zürcher und Schweiz Kinos würden bereits neue Karten verkauft.

Zu Angelina Jolies Actionknüller kam der Zürcher Kinogänger, auch wenn über Umwegen, trotzdem noch. Abendkasse sei Dank.

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