Zum Hauptinhalt springen

Terrorist Carlos will Urteil weiterziehen

Bei vier von ihm verübten Anschlägen in den 1980er Jahren starben 11 Menschen. Dafür wurde der Terrorist Carlos nun auch von einem Pariser Berufungsgericht zu lebenslanger Haft verurteilt.

Vor Gericht: Eine Gerichtszeichnung zeigt Carlos in Paris. (13. Mai 2013).
Vor Gericht: Eine Gerichtszeichnung zeigt Carlos in Paris. (13. Mai 2013).
AFP
Der Verteidiger: Der französische Anwalt Francis Szpiner beantwortet vor dem Prozessauftakt die Fragen der Journalisten. (13. Mai 2013)
Der Verteidiger: Der französische Anwalt Francis Szpiner beantwortet vor dem Prozessauftakt die Fragen der Journalisten. (13. Mai 2013)
AFP
Terroristen unter sich: Die Porträts von Ché Guevara (Mitte), dem venezolanischen Guerrilla Brave Douglas (links) und Carlos auf einem Markt in Caracas.
Terroristen unter sich: Die Porträts von Ché Guevara (Mitte), dem venezolanischen Guerrilla Brave Douglas (links) und Carlos auf einem Markt in Caracas.
AFP
1 / 13

Ein Berufungsgericht in Paris hat heute eine lebenslange Haftstrafe mit einer Mindesthaftdauer von 18 Jahren für den Terroristen Carlos bestätigt. Der 63-jährige Venezolaner, der mit wirklichem Namen Ilich Ramírez Sánchez heisst, wurde wie in erster Instanz für schuldig befunden, in den 1980er Jahren vier Anschläge in Frankreich mit insgesamt elf Toten und 150 Verletzten verübt zu haben.

Die mitangeklagte 70-jährige Deutsche Christa Fröhlich wurde erneut freigesprochen. Das Berufungsgericht folgte dem erstinstanzlichen Urteil vom Dezember 2011, gegen das Carlos in Berufung gegangen war, und bestätigte das höchstmögliche Strafmass. Die Verteidigung kündigte umgehend an, erneut gegen das Urteil vorzugehen. Es gebe «nicht den Schatten eines Beweises», teilte sie mit.

Fröhlich wurde wie schon in erster Instanz freigesprochen. Sie war während des Berufungsprozesses nicht vor Gericht erschienen. Die Staatsanwaltschaft hatte eine 20-jährige Haftstrafe für die Deutsche gefordert.

Verfahren als Bühne genutzt

Carlos sitzt schon seit 1994 in Frankreich im Gefängnis, er verbüsst eine lebenslange Haft wegen dreifachen Mordes. In dem aktuellen Verfahren musste er sich wegen vier Anschlägen auf Schnellzüge, einen Bahnhof und eine Zeitungsredaktion in Frankreich in den Jahren 1982 und 1983 verantworten. Laut Anklage wollte der selbsternannte «Berufsrevolutionär» damit seine deutsche Freundin Magdalena Kopp und den Schweizer Bruno Breguet freipressen, die 1982 mit Waffen und Sprengstoff in Paris festgenommen worden waren.

Den seit dem 13. Mai laufenden Berufungsprozess nutzte Carlos wie auch vorherige Verfahren als Bühne. In einem vierstündigen Schlusswort wies er heute erneut jegliche Beteiligung an den Anschlägen von sich. Er sprach von einem «illegalen» Prozess gegen ihn und Beweisen, die von «Manipulatoren im Dienste der grossen ausländischen Mächte gefälscht» worden seien.

Er betonte zudem erneut, er und seine Komplizen seien keine «Terroristen, sondern Kämpfer» gewesen. Den Ermittlungsrichter und den zuständigen Generalstaatsanwalt bezeichnete er als «Agenten der US-Botschaft».

AFP/rbi

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch