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Team Windsor stellt um

Sein letzter Termin: Prinz Philip geht heute in Rente. Die Queen bleibt zwar weiter auf ihrem Posten, aber sie braucht Entlastung.

Abschied aus der Öffentlichkeit: Prinz Philip geht mit 95 Jahren in Rente.
Abschied aus der Öffentlichkeit: Prinz Philip geht mit 95 Jahren in Rente.
Reuters

Heute werden sich mehr melancholische Royalisten als sonst vor den Toren des Buckingham-Palastes in London drängen. Die Marines verabschieden ihren langjährigen Oberbefehlshaber. Mit einem dreifachen «Hurrah!» wird die Kompanie dem Captain General dafür danken, dass er seit der Krönung von Elizabeth II. – also seit 1953 – diesen Dienst versehen hat. Die Rede ist von Prinz Philip, dem Herzog von Edinburgh, dem Gemahl der englischen Königin. Der Auftritt mit den Marines ist Philips letzte Pflichtveranstaltung im Dienst an Krone und Staat. Nach 22 220 Solo-Auftritten, 5500 Ansprachen und unzähligen Terminen an der Seite seiner Gattin tritt der 96-Jährige in den verdienten Ruhestand.

Parallel zu den Transformationen, die Grossbritannien im Zuge des Brexit durchläuft, erlebt nun auch die britische Monarchie eine Phase des Wandels. Das Team Windsor bereitet einen möglichst nahtlosen Übergang vor. Erste Schritte dazu waren schon in den letzten Jahren zu beobachten. Erstmals vor vier Jahren signalisierte die Queen, dass sie und Philip zu Weltreisen immer weniger in der Lage seien. Fortan haben Charles und dessen Söhne, William und Harry, die Königin vertreten. Und nun, da Philip ausscheidet, beginnt man die drei Prinzen plus Camilla und Kate bei Hofe voll in die Pflicht zu nehmen. Die Königin zieht sich natürlich nicht ganz zurück.

Lebenslänglich Königin

Elizabeth ist nach wie vor «der Boss» (wie ihre Enkel sie nennen). Die mittlerweile 91-Jährige studiert weiter die Dokumente, die ihr täglich in roten Regierungsköfferchen überreicht werden. Sie sitzt auf dem Thron bei der Parlamentseröffnung. Sie empfängt ihre Premierministerin oder ihren Premierminister zur wöchentlichen Unterredung. Und erscheint hier und da weiter zur Einweihung von Schwimmbädern oder Museen und richtet für Staatsgäste mächtige Bankette aus. Sollte sie dazu die Kraft nicht mehr haben – darüber wird neuerdings auch offen diskutiert –, wird Thronfolger Charles wohl als «Regent», als königlicher Stellvertreter, einspringen.

Dem Regency Act zufolge kann ein Amtsverweser eingesetzt werden, wenn die Monarchin oder der Monarch «zur Ausübung ihrer Funktionen nicht zur Verfügung» steht. Dass Elizabeth je abdankt, ist nicht zu erwarten. Bei ihrer Krönung 1953 hatte sie ja geschworen, bis ans Lebensende ihren Dienst an der Nation tun zu wollen. Angesichts dieses Schwurs und der Langlebigkeit der Sippe wird Prinz Charles wohl noch eine Weile auf die eigene Krönung warten müssen. Dabei feiert er nächstes Jahr seinen 70. Geburtstag. Aber mit Ruhestand ist bei den Windsors vor 95 offenbar nichts.

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