Tariq Ramadan fordert Multiple-Sklerose-Test

Seit über zwei Wochen sitzt der Genfer Islamprofessor in Paris in U-Haft. In dieser Zeit soll sich sein Gesundheitszustand drastisch verschlechtert haben.

Schweizer Islam-Professor Tariq Ramadan in U-Haft. (Video: Tamedia/AFP)

Tariq Ramadan wurde Ende Januar in Paris festgenommen und sitzt seither in einem Untersuchungsgefängnis in der französischen Hauptstadt. Der Schweizer Islamprofessor wird beschuldigt, zwei Frauen im Zeitraum 2009 bis 2012 vergewaltigt zu haben.

Am Mittwoch forderten seine Anwälte eine medizinische Untersuchung, die darüber entscheiden soll, ob ein Gefängnisaufenthalt für den 55-Jährigen zumutbar ist oder nicht. Demnach soll sich Ramadans Zustand während der Zeit seiner Inhaftierung erheblich verschlechtert haben, die Rede ist von multipler Sklerose. Nach Abschluss der medizinischen Tests soll am 22. Februar ein Pariser Berufungsgericht über eine allfällige Freilassung Ramadans entscheiden, berichtet die arabische Zeitung «The National».

Plädoyer der Ehefrau

Etwa zeitgleich mit der Enthüllung von Ramadans schlechtem Gesundheitszustand tauchte in den sozialen Medien ein Video auf, in dem Ramadans Ehefrau Iman zu sehen ist. Sie wirft den Medien eine Vorverurteilung ihres Mannes vor und plädiert für Gerechtigkeit.

Kritiker sehen darin eine Medienstrategie. Die französische Zeitung «Liberation» spricht bei der Enthüllung der beiden neuen Informationen – dem Verdacht auf multiple Sklerose und der Videobotschaft der Ehefrau – «ein diabolisch effizientes Timing von Ramadans Anhängern». Dass sich Iman Ramadan zum Fall äussere, sei zudem eine Überraschung, da die Ehefrau bisher stets «im Schatten verborgen» gewesen sei.

chi

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