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Südeuropa brennt

Mehr als 80 Waldbrände in einer Woche: Unsere Karte zeigt, in welchen Ferienregionen sich Touristen besonders vor dem Feuer in Acht nehmen müssen.

Seit Wochen brennen in Südeuropa Wälder, Büsche und Nationalparks. 82 Feuer zählte das Europäische Waldbrand-Informationssystem (Effis) alleine in den letzten sieben Tagen, fast die Hälfte davon in Italien. In einigen Regionen des Landes regnet es seit Monaten nicht mehr. So sind beispielsweise in der bei Schweizern beliebten Ferienregion Toskana und rund um Rom zahlreiche Brände ausgebrochen. Wegen der anhaltenden Trockenheit und Hitze droht der Hauptstadt gar das Wasser auszugehen.

Ebenfalls stark betroffen sind der Süden des italienischen Festlands sowie die Ferieninseln Sardinien und Sizilien. Viele Waldbrände konnten die Feuerwehrleute noch nicht unter Kontrolle bringen – und es kommen täglich neue hinzu: Heute zum Beispiel im Südosten Sardiniens in der Nähe Cagliaris sowie westlich der sizilianischen Hauptstadt Palermo.

Bedrohliche Kulisse: Touristen beobachten vom Strand aus den entstehenden Waldbrand in der Nähe von Saint-Tropez.
Bedrohliche Kulisse: Touristen beobachten vom Strand aus den entstehenden Waldbrand in der Nähe von Saint-Tropez.
Valery Hache, AFP
Müssen sich in Sicherheit bringen: Touristen fliehen am Strand von Bormes-les-Mimosas vor den Flammen.
Müssen sich in Sicherheit bringen: Touristen fliehen am Strand von Bormes-les-Mimosas vor den Flammen.
Jean-Paul Pelissier, Reuters
Viele Betroffene: Portugiesische Rettungskräfte evakuierten rund 20 von Flammen eingeschlossene Dörfer.
Viele Betroffene: Portugiesische Rettungskräfte evakuierten rund 20 von Flammen eingeschlossene Dörfer.
Nuno André Ferreira, Keystone
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Auch in anderen Ländern beruhigt sich die Situation nicht – im Gegenteil: In Südfrankreich mussten in der Nacht auf heute 10’000 Menschen, darunter viele Touristen, ihre Wohnungen, Ferienhäuser und Campingplätze verlassen. In der Nähe des berühmten Badeorts Saint-Tropez war ein grosses Feuer ausgebrochen. Berichte der Behörden, wonach alles in Ruhe abgelaufen sein soll, werden von Augenzeugen nicht bestätigt. Laut einer Schweizerin, die derzeit in der betroffenen Region ihre Ferien verbringt, verlief die Evakuierung vielmehr panisch.

«Wir mussten fluchtartig das Haus verlassen.»

Betroffene Touristin

«Es gab keine Evakuierungsanordnung», erzählte sie der Nachrichtenagentur SDA. Die Feuerwehr sei mit Sirenen vorbeigefahren, danach hätten sich die Menschen gegenseitig alarmieren müssen. «Wir mussten die Kinder aus dem Schlaf reissen und sie im Pyjama aus dem Haus bringen», so die Augenzeugin. Ähnliche Szenen spielten sich an der Nordostküste Korsikas ab, wo ebenfalls zahlreiche Einwohner in Sicherheit gebracht wurden. Die Brände der letzten Tage haben auf der Mittelmeerinsel schon 1500 Hektar Wald zerstört.

Aussichtsloser Kampf: Anwohner versuchen auf Korsika, die herannahenden Flammen aufzuhalten. (Video: Tamedia)

In Portugal, einem weiteren Hotspot, sind es sogar schon 75'000 Hektar. Das ist laut Behörden die grösste Gesamtfläche der vergangenen zehn Jahre. Seit Sonntag haben sich verschiedene Waldbrände bedrohlich ausgebreitet, weil sie wie in Frankreich von brütender Hitze und Wind angefacht werden. Das Parlament in Lissabon hat vergangene Woche beschlossen, die Zahl der leicht entzündbaren Eukalyptusbäume zu reduzieren, der am weitesten verbreiteten Pflanze in portugiesischen Wäldern.

Eukalyptus wurde in den letzten Jahrzehnten in Portugal und vielen Mittelmeerregionen angepflanzt, vor allem, weil er rasch wächst. Nun wird die Baumart für die Ausbreitung von Waldbränden mit verantwortlich gemacht. In Portugal reichte ein Trockengewitter und die staubtrockenen Böden und Wälder entzündeten sich. Ein Problem in allen Touristengebieten ist aber auch Brandstiftung, wobei es oft um neues Bauland für Hotels und Ferienwohnungen geht. Zudem gelten Unachtsamkeit wie beispielsweise weggeworfene Zigarettenkippen als Brandursache.

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