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Souvenir-Taucher in der Costa Concordia erwischt

Es war nach Mitternacht, als Überwachungskameras vier Gestalten auf Deck 8 des Wracks filmten. Italiens Polizei nahm vier Taucher fest – peinlich, weil sie von der Bergungsfirma sind.

Das Wrack ist gemäss Behörden noch immer als Tatort eingestuft: Die Costa Concordia wird bewacht.
Das Wrack ist gemäss Behörden noch immer als Tatort eingestuft: Die Costa Concordia wird bewacht.
Reuters
Suche nach den letzten Vermissten: Ein Teil des Schiffes, das zuvor unter Wasser lag. (18. September 2013)
Suche nach den letzten Vermissten: Ein Teil des Schiffes, das zuvor unter Wasser lag. (18. September 2013)
Reuters
Die Havarie beschäftigt unzählige Spezialisten seit Monaten: eine Luftaufnahme des Wracks. (26. August 2013)
Die Havarie beschäftigt unzählige Spezialisten seit Monaten: eine Luftaufnahme des Wracks. (26. August 2013)
Keystone
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Fast zwei Monate ist es her, seit die Bergeteams das Wrack der Costa Concordia in einem spektakulären Manöver aufrichteten. Die Spezialisten des Konsortiums Titan-Micoperi arbeitet seither daran, das Wrack für das Abschleppen im Frühjahr 2014 vorzubereiten.

Nun gerät das Unternehmen aus weniger ruhmreichen Gründen in die Medien: Vier Taucher des Konsortiums wurden festgenommen, als sie Mitten in der Nacht illegal auf das Wrack der Costa Concordia kletterten. Wie die britische Zeitung «The Telegraph» berichtet, wurde ein Brite, ein Ire und zwei Südafrikaner um 01.30 Uhr von den Überwachungskameras gefilmt und danach von den italienischen Carabinieri aufgegriffen.

Auf der Suche nach Souvenirs

Offenbar trugen sie einen Rucksack mit dem Logo der Kreuzfahrtgesellschaft Costa Crociere auf sich. Laut «Daily Mail» wurden die Männer auf Deck 8 des havarierten Schiffs festgenommen; auf dieser Ebene finden sich zahlreiche Aussenkabinen und Luxussuiten. Ein Informant der Polizei berichtete gegenüber der Zeitung: «Die Männer sagten, sie hätten lediglich Souvenirs gesucht. Sie hätten nicht die Absicht gehabt, persönliche oder teure Gegenstände mitzunehmen.»

Die italienischen Behörden haben die vier Taucher im Alter von 24 bis 42 Jahren nach kurzer Zeit wieder freigelassen. Sie müssen sich unter Umständen vor Gericht wegen Diebstahl und dem illegalen Betreten eines Tatorts verantworten. Titan-Micoperi zog die vier nach eigenen Angaben vom Projekt Costa Concordia ab.

Erste Safes geborgen

Diebstähle im Wrack sind schon seit längerem immer wieder ein Thema. Die Schiffsglocke der Costa Concordia verschwand zwei Monate nach der Havarie auf mysteriöse Art und Weise. Seither gibt es Befürchtungen, dass womöglich auch wertvollere Verkaufsartikel aus den Bord-Boutiquen entwendet wurden.

Auch der Verbleib von persönlichen Gegenständen beschäftigt die ehemaligen Passagiere des Kreuzfahrtschiffs (Tagesanzeiger.ch berichtete). Wie «The Telegrap» schreibt, haben Taucher mittlerweile von den italienischen Behörden die Erlaubnis erhalten, die ersten Safes aus den Kabinen zu bergen. Demnach werden derzeit die Safes aus jenen Kabinen geholt, die über der Wasserlinie liegen. Die Bergespezialisten wollen das Wrack so für das Abschleppen möglichst leicht machen.

Laut Costa Crociere werden die geborgenen Safes in eine Lagerhalle gebracht, welche die italienische Regierung in Talamone zur Verfügung gestellt hat. Dort sollen die Inhalte den Besitzern zugeordnet werden.

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