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Signaltechnik war nicht auf dem neusten Stand

Nach dem gestrigen Zusammenstoss zweier Züge in Olten ist der Schienenverkehr wieder freigegeben. Davon profitiert aber vorerst nur der Fernverkehr.

Der Unglücksort: Grafik zur Zugkollision in Olten.
Der Unglücksort: Grafik zur Zugkollision in Olten.
Keystone
In Schieflage: Retter inspizieren den umgekippten Zug. (6. Oktober 2011)
In Schieflage: Retter inspizieren den umgekippten Zug. (6. Oktober 2011)
Reuters
Zwei Mitarbeiter der SBB-Betriebswehr untersuchen den Zug beim Bahnhof Olten.
Zwei Mitarbeiter der SBB-Betriebswehr untersuchen den Zug beim Bahnhof Olten.
Keystone
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Nach einem Unterbruch von über 20 Stunden wegen eines Zugsunglücks beim Bahnhof Olten wird die SBB-Strecke zwischen Olten und Basel ab 15 Uhr wieder etappenweise in Betrieb genommen. Die Reisenden müssen trotzdem mit Verspätungen rechnen.

Um 15 Uhr könne ein Gleis freigegeben werden, sagte SBB-Mediensprecher Daniele Pallecchi. Das Gleis werde in erster Linie für den Fernverkehr genutzt. Im Regionalverkehr werde der Betrieb mit Bahnersatzbussen weitergeführt.

Zwei Kräne im Einsatz

Das wichtige Teilstücke auf der Nord-Süd-Verbindung war seit Donnerstag 18 Uhr unterbrochen gewesen. Bei der Einfahrt in den Bahnhof Olten waren zuvor zwei S-Bahn-Züge seitlich kollidiert. Wegen des Zugunglücks musste die Strecke zwischen Tecknau BL und Olten gesperrt werden.

Der S-Bahn-Zug aus Basel war von der Wucht der seitlichen Kollision aus den Schienen gedrängt worden. Der Zug aus Sissach BL entgleiste teilweise. Die Aufräumarbeiten liefen seit den Nachtstunden auf Hochtouren. Im Einsatz standen auch zwei Kräne für die Bergung der entgleisten Wagen. Die SBB rechnet mit einer hohen Schadensumme.

Bei der Kollision waren zwei Personen leicht verletzt worden, darunter einer der Lokführer. Der verletzte Passagier konnte das Spital bereits am Donnerstag verlassen. Der Lokführer befindet sich vorerst zur Kontrolle im Spital, wie es bei der Solothurner Kantonspolizei hiess.

SBB: Sicherungssystem ist «absolut regelkonform»

Spezialisten der Unabhängigen Untersuchungsstelle Bahnen und Schiffe (UUS) des Bundes und die Solothurner Staatsanwaltschaft klären derzeit die Ursache der Kollision ab. Am kommenden Dienstag sollen gemäss UUS erste Ergebnisse vorliegen.

Die Signaltechnik beim Unfallort in Olten sei nicht auf dem neusten Stand, sagte UUS-Leiter Walter Kobelt. Es sei jedoch nicht sicher, ob ein anderes System die Kollision verhindert hätte.

Derzeit würden alle gespeicherten Daten in den Fahrzeugen und im Signalsystem miteinander abgeglichen. Das Sicherungssystem in Olten sei «absolut regelkonform», sagte SBB-Mediensprecher Pallecchi.

UUS-Leiter Kobelt erläuterte, die Zugsicherungssysteme seien historisch gewachsen und seien immer wieder besser geworden. Man könne nicht überall das Modernste haben. Das lasse sich nicht finanzieren.

Viele Signale sind bereits umgerüstet

Beim älteren System Integra-Signum - wie an der Unglücksstelle - gibt es gemäss Kobelt beim Vorsignal eine Warnung und beim Hauptsignal eine Haltauslösung. Der Zug werde also erst gestoppt, wenn er über das Rotsignal hinausfahre.

Ein neues System wie ZUB rechne dagegen eine Bremskurve beim Vorsignal aus. Wenn diese Bremskurve nicht eingehalten werden könne, so greife sich Technik ein und es komme zu einer automatischen Zwangsbremsung.

Gemäss SBB steht das ältere System bei rund 11'000 Vor- und Hauptsignalen im Einsatz. Das moderne System ZUB kommt bei Hauptsignalen mit erhöhtem Gefährdungspotenzial zur Anwendung. Es gibt rund 2800 solche Systeme auf dem SBB-Netz.

SDA/miw

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