«Sie haben uns mit Respekt behandelt»

Erstmals nach seiner Verhaftung in Venezuela meldet sich der Schweizer Journalist Filippo Rossi zu Wort. Seine Reportage will er unbedingt fortsetzen.

«Zur Prostitution gezwungen, um zu überleben»: Zwei Transsexuelle in Caracas lassen sich mit Filippo Rossi (r.) und seinem Kollegen Roberto di Matteo (l.) fotografieren. (2. Oktober 2017)

«Zur Prostitution gezwungen, um zu überleben»: Zwei Transsexuelle in Caracas lassen sich mit Filippo Rossi (r.) und seinem Kollegen Roberto di Matteo (l.) fotografieren. (2. Oktober 2017) Bild: Facebook

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Der Schweizer Journalist Filippo Rossi, der am Wochenende in Venezuela festgenommen worden war, ist ohne Auflagen freigekommen. Die beiden anderen Journalisten, die zusammen mit ihm verhaftet wurden, sind ebenfalls frei.

Nun hat sich Filippo Rossi erstmals zu dem Vorfall geäussert. Er werde mit seiner Reportage unbeirrt fortfahren, sagt der 27-jährige Tessiner in der Zeitung tio. «Ich bin sehr müde, aber mir geht es gut.»

Die drei Journalisten waren am Freitag festgenommen worden, nachdem sie mit einem Kamerateam die Haftanstalt von Tocorón im Bundesstaat Aragua betreten hatten. Zuvor hatte Rossi einige Wochen in Caracas und an anderen Orten verbracht, von wo er über die prekären Zustände im Land berichtete. In einem Blog hatte er Caracas als die gefährlichste Stadt der Welt porträtiert.

Obwohl er die Härte des venezolanischen Regimes zu spüren bekommen hat, bleibt Rossi sachlich. «Sie haben uns mit Respekt behandelt», sagte er gegenüber «tio». Später wolle er ausführlicher über den Vorfall berichten, nun gehe es zunächst darum, seine Reportage fortzusetzen.

Desolate Bedingungen in Haftanstalten

Die Zustände in Venezuelas Gefängnissen werden immer wieder kritisiert. Die Haftanstalten des lateinamerikanischen Landes sind überfüllt, ausserdem wird über Mangelernährung geklagt. Die Regierung hat angekündigt, die Probleme in den Gefängnissen zu lösen.

Venezuelas Präsident Nicolás Maduro sieht sich als Opfer einer Negativkampagne in- und ausländischer Medien. Der Staatschef war in diesem Jahr Massenprotesten ausgesetzt. Bei Unruhen wurden seit April fast 130 Menschen getötet.

(chi/AFP)

Erstellt: 09.10.2017, 13:46 Uhr

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