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Shanghai führt Ein-Hund-Politik ein

Vor dreissig Jahren führte China die Ein-Kind-Politik ein. Nun ereilt Shanghais Hundebesitzer dasselbe Schicksal: Die Metropole leidet unter dem Hundeboom.

800'000 Hunde sind den Behörden zu viel: Hundebesitzer in Shanghai.
800'000 Hunde sind den Behörden zu viel: Hundebesitzer in Shanghai.

Inspiriert von der staatlichen Ein-Kind-Politik hat die Verwaltung der chinesischen Millionenmetropole Shanghai ein Gesetz gegen die Überbevölkerung mit Haustieren erlassen. Mit einer Ein-Hund-Politik soll die Zahl der vierbeinigen Freunde in den Familien der 20-Millionen-Einwohner-Stadt reduziert werden, berichtete die staatliche Zeitung «China Daily» am Donnerstag. Ein entsprechendes Gesetz werde am 15. Mai in Kraft treten.

Demnach müssen Welpen künftig bis zum Alter von drei Monaten an eine Familie ohne Hund oder an eine regierungseigene Hunde-Adoptionsstelle abgegeben werden. Abschied von seinem treuen Gefährten muss niemand nehmen: Wer schon zwei oder mehr offiziell registrierte Hunde besitzt, darf sie behalten.

Hundeboom in Shanghai

In der wachsenden chinesischen Mittelschicht erfreuen sich Hunde zunehmender Beliebtheit. In der boomenden Metropole Shanghai sollen Schätzungen zufolge 800'000 Hunde leben, allerdings ist nur ein Viertel davon registriert. Die Stadtverwaltung sieht in den Hunden – und deren Ausscheidungen – zunehmend ein Problem für die Umwelt.

Mit der Ein-Kind-Politik hat die kommunistische Führung Chinas vor 30 Jahren eine Massnahme zur Bevölkerungskontrolle eingeführt. Nach Angaben der chinesischen Familienplanungsbehörde würde das mehr als 1,3 Milliarden Einwohner zählende Land ohne die Ein-Kind-Politik 400 Millionen Bürger mehr zählen.

(AFP)

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