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Sex-Studien: Bunt treiben es die Forscher

«Sex sells», das wissen längst nicht nur Privatsender. Immer häufiger erscheinen Sex-Statistiken, die sich als wissenschaftliche Studien verkaufen. Für die Medien ein gefundenes Fressen.

Wie häufig machen es die Schweizer? Und wie lange? Immer öfter wird in Statistiken das Liebesleben von Herr und Frau Schweizer behandelt. Eine Sex-Studie jagt die nächste. «Let's talk about sex», sagen sich da natürlich auch die Medien. In den letzten Jahren berichteten sie ausgiebig über die einschlägigen Statistiken und zitierten dutzende Studien aus dem In- und Ausland. Die Erkenntnisse – mal mehr, mal weniger wissenschaftlich – ergeben ein wirres Bild des allgemeinen und hiesigen Sexuallebens, wie die folgende Auflistung zeigt:

Die jüngste Umfrage stammt von der deutschen Frauenzeitschrift «Für Sie» und erscheint offiziell erst morgen. Die Quintessenz: Paare, die seit mindestens fünf Jahren zusammenleben, wollen nicht jeden Tag Sex haben. 94 Prozent der 1093 Befragten im Alter von 30 bis 59 Jahren gaben in der Umfrage an, das wäre «viel zu anstrengend». Dennoch finden 55 Prozent der Männer und fast jede zweite Frau, der Sex komme in ihrer Beziehung zu kurz.

17.10.2008: Forscher der Uni Osnabrück fanden heraus, dass 80 Prozent der Männer und gut 60 Prozent der Frauen zwischen 50 und 70 Jahren regelmässigen und durchaus variantenreichen Sex haben.

Häufiger Sex macht potent

14.7.2008: Finnische Wissenschafter wollen herausgefunden haben, dass häufiger Sex auch potent hält. Demnach hatten Männer zwischen 55 und 75 Jahren, die weniger als einmal pro Woche Geschlechtsverkehr hatten, ein doppelt so hohes Risiko für Erektionsstörungen wie ihre Altersgenossen, die mindestens einmal wöchentlich sexuell aktiv waren.

25.5.2008: Jedes fünfte Schweizer Paar klagt über Probleme im Sexualleben. Das belegt eine Studie der Universität Bern. Immer mehr junge Paare leiden unter sexueller Lustlosigkeit.

30.04.2008: Wer öfter Sex hat, ist zufriedener mit der Intensität des Orgasmus. Das ergab eine international durchgeführte Studie des Kondomherstellers Durex. In der Schweiz kommen 56 Prozent der Befragten so gut wie immer. Und je länger die Partnerschaft dauert, desto besser wird der Sex. Regelmässig einen Orgasmus erleben fast drei Viertel der Schweizer, aber nur 39 Prozent der Schweizerinnen – wobei Single-Frauen häufiger zum Höhepunkt kommen als Verheiratete. 48 Prozent der Befragten erreichen beim Sex immer oder fast immer den Gipfel der Lust. 73 Prozent der Männer und 39 Prozent der Frauen kommen meistens zum Höhepunkt.

Quantität ist nicht gleich Qualität

4.4.2008: Der ideale Geschlechtsverkehr dauert zwischen 3 und 13 Minuten. Zu diesem Schluss kamen zumindest US-Forscher, die eine Umfrage unter Sextherapeuten anstellten. Damit wollen sie das Vorurteil widerlegen, dass beim sexuellen Akt allein die Ausdauer zähle. Inwiefern die Hoffnung Vater der Studie war, bleibt offen. Erhoben ist jedoch: Sowohl Männer, als auch Frauen würden sich jedoch ein längeres Vorspiel und auch einen längeren Geschlechtsverkehr wünschen.

08.03.2008: Männer, die im Haushalt helfen, haben einer US-Studie zufolge ein besseres Sexualleben. Gemäss der Erhebung gibt es etwa einen direkten Zusammenhang zwischen dem Anteil an der Hausarbeit und der Häufigkeit von Sex. Oder (noch) weniger wissenschaftlich formuliert: Je mehr die Männer Hausarbeiten übernehmen, desto glücklicher sind die Frauen.

28.01.2008: Die meisten Männer mögen es in der Missionarsstellung am liebsten. Das ergab jedenfalls eine Umfrage der Zeitschrift «Men's Health».

Langes Vorspiel

26.9.2007: Schweizerinnen und Schweizer lassen sich im Schnitt 23,3 Minuten Zeit für das Vorspiel und 18,9 Minuten für den eigentlichen Geschlechtsverkehr. Wer hats rausgefunden? Wieder einmal Durex.

19.07.2007: Sechsmal Sex pro Woche, hiess es in vielen Zeitungen. Die Fakten einer Studie des Pharma-Konzerns Bayer waren dann jedoch nicht ganz so hart: 27 Prozent der Eidgenossen hätten vier- bis sechsmal pro Woche Sex, so das offizielle Ergebnis.

18.04.2007: 123 Mal pro Jahr macht es der Schweizer durchschnittlich, glaubt man einer Durex-Studie. Der Akt dauert dabei jeweils 19 Minuten. Vollauf zufrieden mit ihrem Liebesleben sind 42 Prozent der befragten Männer und Frauen. 44 Prozent der Frauen, die mit ihrem Sexleben unzufrieden sind, leiden unter Vaginaltrockenheit. 42 Prozent der Männer gaben Erektionsstörungen an.

April 2007: In der grössten akademischen Untersuchung über das Sexualverhalten in der deutschsprachigen Schweiz hat eine Berner Psychologie-Studentin eruiert, dass fast alle Männer und fast alle Frauen onanieren. Frauen machen ausserdem früher sexuelle Erfahrungen als Männer; weit über 50 Prozent der Befragten waren beim ersten Mal noch nicht 16 Jahre alt. Als grösstes sexuelles Problem nennen Frauen Orgasmusschwierigkeiten.

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