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Serienvergewaltiger Markus W. wird lebenslänglich verwahrt

Markus W., der mehrere Frauen betäubte und vergewaltigte, ist zu viereinhalb Jahren Haft und anschliessender lebenslänglicher Verwahrung verurteilt worden.

Wurde bereits 20 Jahre im Gefängnis verwahrt: Markus W.
Wurde bereits 20 Jahre im Gefängnis verwahrt: Markus W.
Marco Zanoni

Der bereits verwahrte Sexualstraftäter Markus W., der wegen erneuter Delikte in Basel vor Gericht stand, wird lebenslänglich verwahrt. Das Strafgericht Basel-Stadt hat heute gegen den 56-jährigen Mann eine Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren und die lebenslängliche Verwahrung ausgesprochen.

Das Strafgericht sprach den Mann in zwei von insgesamt drei angeklagten Fällen der sexuellen Nötigung schuldig. Beide Fälle spielten sich laut Anklage während einer Vollzugslockerung der Verwahrung in einer Wohnung in Basel ab.

Das Gericht zeigte sich davon überzeugt, dass der Beschuldigte in der Wohnung die Frauen betäubt und im widerstandsunfähigen Zustand sexuell missbraucht hatte. Nach Ansicht des Gerichts sind sexuelle Handlungen erwiesen, nicht aber Geschlechtsverkehr. Deshalb war nur der Tatbestand der sexuellen Nötigung, nicht jedoch jener der Vergewaltigung erfüllt.

Bei einer der Frauen war später in Blut und Urin der Wirkstoff des Schlafmittels Dormicum gefunden worden. Deshalb sprach das Gericht den Mann in diesem Fall auch der einfachen Körperverletzung schuldig. Den beiden Frauen sprach das Gericht zudem eine Genugtuung von 10'000 respektive 12'000 Franken zu.

Freispruch in einem Fall

Zu einem Freispruch kam es hingegen im Fall, der sich gemäss Anklage im Rehazentrum in Leukerbad VS ereignet haben soll. Aus dem Vergleich zwischen der von der Frau auch vor Gericht geschilderten Version und ihren zahlreichen SMS an den Beschuldigten ergäben sich erhebliche Zweifel, sagte der Gerichtspräsident in der mündlichen Urteilsbegründung.

Die Frau hatte auch in der Hauptverhandlung jegliche sexuelle Absichten ihrerseits in Abrede gestellt. Die teils verlesenen SMS ergaben aber ein etwas anderes Bild. Das Gericht gehe jedoch davon aus, dass die Frau nicht mit Absicht die Unwahrheit gesagt, sondern die Geschichte so erlebt habe, sagte der Gerichtspräsident. Der Beschuldigte hatte in allen drei Fällen die Vorwürfe bestritten.

Lebenslang verwahrt

Besonders schwer wiege, dass er die Opfer im Ungewissen darüber gelassen habe, was er mit ihnen gemacht habe, sagte der Gerichtspräsident indes bei der Strafzumessung. Der Mann habe das Vertrauen der Frauen und der Behörden missbraucht und die Lockerungen im Vollzug der 1999 angetretenen Verwahrung benutzt, um erneut Delikte zu begehen.

Relativ kurz fasste sich der Gerichtspräsident bei der Begründung der lebenslangen Verwahrung. Alle Punkte dafür seien erfüllt, sagte er. So liege mit der sexuellen Nötigung eine der im Gesetz aufgelisteten Taten vor, und die Beeinträchtigung der Opfer sei wegen der Ungewissheit über das Geschehene besonders schwer. Gestützt auf zwei psychiatrische Gutachten bejahte das Gericht zudem eine sehr hohe Rückfallgefahr und eine dauerhafte Untherapierbarkeit.

«30 Jahre Therapie haben nichts gebracht»

«30 Jahre Therapie und Therapieversuche haben offenbar überhaupt nichts gebracht, sagte der Gerichtspräsident. Den Antrag der Verteidigung auf vorzeitigen Strafvollzug hat das Gericht bewilligt. Bis zum Antritt des Vollzugs bleibt der Mann in Basel in Sicherheitshaft.

Die Staatsanwältin hatte sich gegen den vorzeitigen Vollzug ausgesprochen. In der Sache selbst hatte sie einen Schuldspruch in allen drei angeklagten Fällen, ein Strafmass von sechs Jahren und lebenslange Verwahrung beantragt. Der Verteidiger hatte auf Freispruch und Verzicht auf die lebenslange Verwahrung plädiert.

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