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Serienmörder gefasst – ein kleines Dorf atmet auf

Ein sizilianisches Dorf wurde in den letzten Jahren von einer mysteriösen Mordserie heimgesucht. Nun haben die Behörden den mutmasslichen Mörder gefasst.

Der kleine sizilianische Ort Cassibile kann aufatmen: Nach einer mysteriösen Mordserie hat die Polizei den mutmasslichen Täter am Montag bei einer Aktion im Morgengrauen gefasst. Der 69-Jährige soll binnen sieben Jahren acht Menschen getötet haben, weil sie ihm Geld schuldeten.

An der Festnahme beteiligten sich neben Polizisten der nahegelegenen Stadt Syrakus Sondereinheiten mit einem Hubschrauber. Dem leitenden Staatsanwaltschaft von Syrakus, Ugo Rossi, zufolge werden dem Verdächtigen derzeit Mord in fünf Fällen und versuchter Mord in vier Fällen vorgeworfen. Die Ermittlungen dauerten an.

Mordeserie nahm ab 1997 seinen Lauf

Die rätselhafte Mordserie hatte die Einwohner des kleinen Ortes über Jahre in Atem gehalten. Zwischen Mai 1997 und August 2004 wurden insgesamt acht Menschen erschossen aufgefunden. Das jüngste Opfer war eine 29-jährige Frau, das älteste ein 74-jähriger Mann. Zwischen ihnen gab es keine erkennbare Verbindung - ausser, dass sie alle mit einem zwölfkalibrigen Jagdgewehr getötet wurden. In dem Dorf machte sich Angst vor dem «Monster von Cassibile» breit.

Die fehlende Verbindung stellte nun Staatsanwalt Rossi her: Alle Opfer hatten demnach Schulden bei ihrem mutmasslichen Mörder, manchmal waren es nur kleine Beträge. Laut Rossi säuberte der 69-Jährige mit schwerem Gerät Grundstücke und lieferte Holz aus. Wurde er für seine Arbeit nicht oder nicht rechtzeitig bezahlt, griff er zur «Selbstjustiz», berichtete Rossi: «Für ein paar hundert Euro war er zu allem bereit. Er tötete auch für 200 Euro.» Der leitende Staatsanwalt bezeichnete den Verdächtigen als «ausgesprochen geizig». Bei der Durchsuchung seines Hauses hätten die Ermittler in einem selbstgebauten Tresor 20'000 Euro sowie eine geladene Pistole gefunden.

Laut Rossi ist der Verdächtige verheiratet und hat zwei Kinder. Im Ort war er als «guter Arbeiter» bekannt. Freunde hatte er aber nur wenige: Wegen seiner verschlossenen und wortkargen Art nannten ihn die Menschen auch «den Wolf».

AFP/mrs

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