Schwyzer Ku-Klux-Klan-Gruppe von Polizei einvernommen

Die Kantonspolizei hat das Dutzend, das in der Kluft des rassistischen US-Geheimbundes an der Schwyzer Fasnacht auftrat, zu ihrer Aktion befragt.

Dutzend sorgt für Aufsehen: Die Gruppe junger Männer in ihrer Kluft bei der Schwyzer Fasnacht. (4. März 2019)

Dutzend sorgt für Aufsehen: Die Gruppe junger Männer in ihrer Kluft bei der Schwyzer Fasnacht. (4. März 2019)

(Bild: Leserreporter 20 Minuten)

Nach dem Fasnachts-Auftritt einer Gruppe in weissen Kutten des rassistischen Ku-Klux-Klan hat die Kantonspolizei Schwyz alle beteiligten Personen ermittelt und einvernommen. Die zwölf 18- bis 30-jährigen Schweizer sind alle im Bezirk Schwyz wohnhaft. Die ermittelten Personen seien nicht im Bereich Rechtsextremismus der Polizei verzeichnet, teilte die Kantonspolizei Schwyz am Sonntag mit. Sie seien also bislang nicht als straffällig in diesem Zusammenhang registriert, führte ein Polizeisprecher auf Anfrage aus.

Sämtliche zwölf Personen hätten die Teilnahme am Auftritt zugegeben. Es gäbe gewisse Aussagen, die allenfalls für die Staatsanwaltschaft für die Beurteilung der Strafbarkeit der Aktion von Interesse seien. Man habe bei den Befragungen das ganze Umfeld des Auftritts beleuchtet, sagte der Sprecher.

Nach Abschluss der polizeilichen Ermittlungen werde die Kantonspolizei Schwyz den Auftritt der Gruppe «zuhanden der Staatsanwaltschaft Innerschwyz rapportieren». Es gelte die Unschuldsvermutung.

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass in der Nacht auf Dienstag an der Schwyzer Fasnacht mehrere Personen in weissen Kutten als Ku-Klux-Klan durch den Ort gezogen waren. Die Polizei leitete Ermittlungen ein. Vom Vorfall existiert Bild- und Videomaterial.

Die Geschäftsführerin der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus (EKR) verurteilte den Auftritt. «Solche Aufmärsche sind nicht zu tolerieren», sagte Juristin Alma Wiecken letzte Woche gegenüber Medien. Ob ein Verstoss gegen das Antirassismusgesetz vorliegt, könne man zum heutigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Es sei jetzt an den Strafverfolgungsbehörden, alles genau abzuklären.

Gegen Abschaffung der Sklaverei

Der rassistische Ku-Klux-Klan wurde in seiner ursprünglichen Form 1865 im US-Bundesstaat Tennessee gegründet. Mit Morden an Afroamerikanern und Attentaten auf Politiker kämpfte der Geheimbund gegen die Abschaffung der Sklaverei. Bei nächtlichen Überfällen trugen Mitglieder weisse Kutten mit Kapuzen und verbreiteten mit brennenden Kreuzen Angst und Schrecken.

Seit den 1990er-Jahren greift der Klan gezielt schwarze Kirchengemeinden an. Die «Europäischen weissen Ritter vom brennenden Kreuz» (European White Knights of the Burning Cross) gelten als Ableger.

fal/sda

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