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Schweres Erdbeben bei den Philippinen löst kleinere Flutwellen aus

Mindestens ein Mensch ist auf den Philippinen bei einer Sturzflut ums Leben gekommen. Vor der Küste hatte sich zuvor ein Erdbeben der Stärke 7,6 ereignet. Eine Tsunamiwarnung wurde jedoch wieder zurückgezogen.

Sieben Häuser wurden mitgerissen: Bewohner der Ortschaft Cagayan De Oro nach der Flutwellte. (31. August 2012)
Sieben Häuser wurden mitgerissen: Bewohner der Ortschaft Cagayan De Oro nach der Flutwellte. (31. August 2012)
Keystone

Ein schweres Erdbeben der Stärke 7,6 hat die östlichen Philippinen erschüttert. Die Behörden riefen die Küstenbewohner in sechs Provinzen zur Flucht auf. «Sie müssen sich alle bewegen, schnell, ober ohne Panik», sagte die Wissenschaftlerin Janpa Punongbayan vom Vulkanologie-Institut. Mindestens ein Mensch kam nach ersten Angaben ums Leben. Strassen und Gebäude bekamen Risse, berichteten lokale Behörden.

In Cagayan de Oro City löste das Beben eine Sturzflut aus, die einen Menschen in den Tod riss, sagte Bürgermeister Vicente Emano im Lokalfernsehen. Sieben Häuser wurden mitgerissen, ein Haus wurde von einem Erdrutsch verschüttet. Das Beben passierte nach Einbruch der Dunkelheit, so dass es schwierig war, einen Überblick zu bekommen. «Wir werden die Menschen über Nacht in Notunterkünften behalten, um sicherzustellen, dass sie in Sicherheit sind», sagte der Gouverneur der Provinz Leyte, Carlos Jericho Petilla.

Kein grosser Tsunami

Das Pazifik-Überwachungszentrum löste sofort Tsunami-Alarm unter anderem für die Philippinen, Indonesien, Taiwan und Japan aus. Für Taiwan und Japan sowie einige kleinere Inseln wurde der Alarm kurz darauf wieder zurückgenommen, später auch für Indonesien und die Philippinen.

Nach Angaben der US-Geologiebehörde (USGS) ereignete sich das Beben 109 Kilometer südöstlich des Küstenortes Guiuan, rund 600 Kilometer südöstlich von Manila. Das Epizentrum lag rund 30 Kilometer unter dem Meeresboden.

Im April hatten zwei Beben der Stärke 8,6, und 8,2 die Westküste Sumatras in Indonesien erschüttert. Wie durch ein Wunder gab es aber anders als bei der verheerenden Tsunami-Katastrophe 2004 kaum Schäden. Experten erklärten das damit, dass die Erde waagerecht bebte.

Weihnachten 2004 hatte ein schweres Beben meterhohe Wellen an der Küste Sumatras und rund um den Indischen Ozean ausgelöst. Mehr als 230'000 Menschen kamen damals ums Leben. Die US-Erdbebenwarte hatte das Beben zunächst auf 7,9 geschätzt, revidierte die Angaben aber später.

Schäden an Strassen und Brückenpfeilern

Das Erdbeben war nach Angaben der philippinischen Behörden vom Norden bis in den Süden des Landes entlang der Ostküste zu spüren. Der Gouverneur der nördlichen Provinz Samar erklärte, dass der Strom ausgefallen sei und es Berichte von Schäden an der Infrastruktur gebe. Demnach entstanden Risse in Strassen und an Brückenpfeilern.

Eine halbe Stunde nach dem schweren Beben in der Region wurde gemäss der automatisch erstellten Liste des Schweizerischen Erdbebendienstes bereits ein erstes Nachbeben mit der Stärke von 5,2 registriert.

90 Prozent der Beben innerhalb des Rings

Die Inselgruppe der Philippinen liegt auf dem geologisch besonders aktiven Pazifischen Feuerring. Der Pazifische Feuerring ist ein hufeisenförmiger Vulkangürtel am Rande des Pazifischen Ozeans. Er ist auch bekannt unter den Bezeichnungen «zirkumpazifischer Feuerring» oder «Pazifischer Feuergürtel».

Seine Länge beträgt rund 40'000 Kilometer. Er verläuft von Chile nordwärts entlang der südamerikanischen Küste durch Zentralamerika, Mexiko, die Westküste der USA und den Süden Alaskas. Von dort erstreckt er sich über die Inselkette der Aleuten nach Japan, die Philippinen und Indonesien, Papua-Neuguinea und die südwest-pazifischen Inseln, bis er schliesslich Neuseeland erreicht.

Fast 90 Prozent der weltweit rund 1500 aktiven Vulkane sind Teil des Pazifischen Feuerrings. Auch 90 Prozent der Erdbeben weltweit ereignen sich innerhalb des Rings.

AFP/sda/rub

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