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Schweizer verkauft Kampfjet auf Ricardo

Über das Online-Auktionshaus bietet ein Waadtländer eine MiG-21 an. Das unbewaffnete Jagdflugzeug ist mit einem Schleudersitz ausgestattet.

Jeder kann mitsteigern: Die MiG-21 steht im sankt-gallischen Montlingen.
Jeder kann mitsteigern: Die MiG-21 steht im sankt-gallischen Montlingen.
Screenshot Ricardo
Das Jagdflugzeug stammt aus den Fünfzigerjahren.
Das Jagdflugzeug stammt aus den Fünfzigerjahren.
Screenshot Ricardo
Abheben wird der russische Abfangjäger nicht mehr. «Das ist unmöglich», sagt der Verkäufer.
Abheben wird der russische Abfangjäger nicht mehr. «Das ist unmöglich», sagt der Verkäufer.
Screenshot Ricardo
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Beim Online-Auktionshaus Ricardo läuft eine Auktion für eine MiG-21. Gebote gibt es noch keine, ab 7000 Franken können Käufer das russische Kampfflugzeug noch bis zum 21. April ersteigern. Auch ein Sofortkauf ist möglich – Kostenpunkt: 9000 Franken.

Der Verkäufer, Jean-Jacques Del Duca, sagt auf Anfrage von Redaktion Tamedia, er verkaufe die MiG-21, weil er seinen Armeeshop im sankt-gallischen Montlingen diesen Sommer schliesse. «Ich habe das Flugzeug zu Dekorations- und Marketingzwecken ausgestellt.» Als Abnehmer stellt er sich jemand vor, der eine Leidenschaft für die Aviatik habe.

Das Cockpit des Jets sei komplett; lediglich zwei, drei Instrumente würden fehlen. «Der Schleudersitz ist noch drin», sagt Del Duca. Fliegen wird das Flugzeug allerdings nie mehr. Dass man es wieder flugfähig machen könnte, sei unmöglich.

Lieferung mit Lastwagen

Der Abfangjäger befinde sich in gutem Zustand. Auf der Übersicht steht «sofort lieferbar». Tatsächlich dürfte die Auslieferung etwas komplizierter sein: «Demontage, Verladung und Transport, sowie inhärente Risiken gehen zu Lasten und Verantwortung des Käufers», steht in der Beschreibung des Angebots. «Das Flugzeug kann zerlegt und mit einem normalen Lastwagen transportiert werden.»

Ricardo erhebt für gewerbliche Verkäufer, was in diesem Fall zutrifft, eine maximale Abschlussgebühr von rund 20 Franken. Ist der Kauf erfolgreich, wird die Zuger Firma also nicht viel daran mitverdienen.

Einer der meistgebauten Kampfjets

Das Flugzeug ist einer der meistgebauten Kampfjets der Welt. Es wurde in den Fünfzigerjahren in Russland entwickelt. In den folgenden Jahrzehnten wurde es weltweit in zahlreichen Konflikten eingesetzt. Und noch heute unterhalten Länder wie Indien eine Flotte des inzwischen weiterentwickelten Flugzeugs.

Ricardo führt eine Liste mit verbotenen Produkten. Darin ist Kriegsmaterial aufgeführt. Im Inserat steht aber explizit, das Flugzeug sei «entmilitarisiert».

Auktion für Ricardo unproblematisch

Da der Flieger kein Triebwerk mehr besitze und somit auch nicht fliegen könne, sei es unbedenklich, ihn etwa in einen Garten zu stellen, sagt Roland Gabriel, Chef Einsatzführung der Schweizer Luftwaffe. Grundsätzlich müssten Armee-Flugzeuge mit entsprechender Ausstattung vor dem Verkauf entwaffnet werden. Danach dürfen sie, wenn die vorgeschriebene Bewilligung durch das Bazl erfolgt ist, auch weiterhin geflogen werden, allerdings unbewaffnet. Gabriel: «In der Schweiz fliegen noch einige wenige ehemalige Armeeflugzeuge auf privater Basis.»

Auch Ricardo sieht die Auktion als unproblematisch. Die Maschine sei komplett entwaffnet und nicht flugfähig. «Es ist schlicht ein Sammelstück», erklärt Valérie Gryson, Marketing-Leiterin von Ricardo, auf Anfrage.

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