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Schweden hat Angst vor weiteren Anschlägen

Die Detonationen mit einem Toten und zwei Verletzten mitten in Stockholm erschüttern die Schweden. Der Aussenminister sprach von einem Attentat, das katastrophal hätte enden können.

Hatte bei der Planung des Attentats möglicherweise Komplizen: Taimur Abdel Wahab.
Hatte bei der Planung des Attentats möglicherweise Komplizen: Taimur Abdel Wahab.
AFP
Sollen in Stockholm bei den Ermittlungen helfen: FBI-Agenten aus den USA (Archivbild).
Sollen in Stockholm bei den Ermittlungen helfen: FBI-Agenten aus den USA (Archivbild).
Reuters
Hohes Sicherheitsaufgebot: Schwedische Polizisten in Stockholms Innenstadt.
Hohes Sicherheitsaufgebot: Schwedische Polizisten in Stockholms Innenstadt.
Keystone
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Am Samstag detonierte in der Innenstadt zunächst ein Auto, kurz darauf kam ein mutmasslicher Selbstmordattentäter bei einer weiteren Explosion in der Nähe ums Leben. Medienberichten zufolge deutet ein Bekennerschreiben auf einen islamistischen Hintergrund hin. Für Deutschland wird die Sicherheitsstufe trotz des Anschlags nicht erhöht, wie das Bundesinnenministerium mitteilte.

Die schwedische Polizei geht davon aus, dass die Explosionen auf der Einkaufsstrasse Drottninggatan von einem Einzeltäter verübt wurden. Die erste Detonation hätte wahrscheinlich weitaus verheerendere Auswirkungen gehabt, wenn die Benzinkanister, die von Rettungskräften in dem Fahrzeug gefunden wurden, ebenfalls explodiert wären. Der bei der zweiten Explosion getötete mutmassliche Täter trug laut Medienberichten Sprengstoff am Körper.

Der erste Selbstmordanschlag in Schweden

Sollte es sich um ein Selbstmordattentat handeln, wäre es der erste derartige Anschlag in Schweden, sagte Polizeisprecher Anders Thornberg. Die Polizei gehe von einem Terrorakt aus, die Terrorwarnstufe werde aber nicht erhöht. Erst im Oktober war die Alarmstufe in Schweden erhöht worden, Grund war damals eine «Verlagerung von Aktivitäten» von Gruppierungen im Land, die den Behörden zufolge möglicherweise Terroranschläge planen.

Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt verurteilte den Anschlag als nicht hinnehmbar. Schweden sei eine offene Gesellschaft, in der Menschen mit verschiedenen Glaubensrichtungen und kulturellen Hintergründen Seite an Seite zusammenleben könnten, sagte Reinfeldt am Sonntag auf einer Pressekonferenz. Zugleich warnte er vor Spekulationen, die zu voreiligen Schlüssen und Spannungen innerhalb der Gesellschaft führen könnten.

Warnung zehn Minuten vor der Detonation

Nach Angaben der schwedischen Nachrichtenagentur TT ging dort rund zehn Minuten vor dem Anschlag eine E-Mail mit einer Drohung ein, die auf einen islamistischen Hintergrund hinweist. Es sei jetzt an der Zeit zu handeln, heisst es laut TT in dem Schreiben. Der Verfasser reiste demnach nach eigenen Angaben «für den Jihad» in den Nahen Osten. Die Ermittler erklärten, die Mail sei ausserdem an die Sicherheitspolizei gerichtet gewesen. Einen Zusammenhang mit den Explosionen bestätigte sie aber nicht.

dapd/ sda/pbe/mrs

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