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Schon wieder gemeingefährlicher Mann geflüchtet

In der Schweiz ist erneut ein Straftäter flüchtig. Der Mann, der 2007 im Kanton Bern verurteilt wurde, konnte aus einer geschlossenen Abteilung der Basler Uni-Psychiatrie entkommen. Die landesweite Fahndung läuft.

Über den Sicherheitszaun geklettert: Universitäre psychiatrische Klinik in Basel. (Archivbild)
Über den Sicherheitszaun geklettert: Universitäre psychiatrische Klinik in Basel. (Archivbild)

Die Hintergründe der Flucht sind noch unklar. Stephanie Zahnd von der Abteilung Straf- und Massnahmenvollzug des Kantons Bern sagte, man stehe in engem Kontakt mit den Verantwortlichen der forensisch-psychiatrischen Klinik der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel (UPK).

Laut Zahnd befand sich der Mann im Spazierhof der geschlossenen Abteilung und wurde von einer Pflegeperson begleitet. Trotzdem gelang ihm die Flucht. Er habe den rund 3,5 Meter hohen Sicherheitszaun «überwinden» können, heisst es im Communiqué der bernischen Polizeidirektion.

Gemeingefährlich

Der Mann sei von der Fachkommission des Konkordats als gemeingefährlich eingestuft worden, sagte Zahnd. Die bernischen Behörden seien aber wie die UPK-Experten zum Schluss gekommen, dass «zum jetzigen Zeitpunkt keine unmittelbare Gefährdung der Öffentlichkeit» bestehe.

Zur Person des Flüchtigen machte Zahnd keine näheren Angaben. Im offiziellen Communiqué des Kantons Bern heisst es lediglich, der Mann sei 2007 zu einer stationären therapeutischen Massnahme verurteilt worden. Zur Anwendung sei Artikel 59 des Strafgesetzbuchs gekommen (Behandlung von psychischen Störungen).

Für den Vollzug der Massnahme wurde der Mann in die UPK Basel eingewiesen. Aus der geschlossenen Abteilung der forensisch- psychiatrischen Klinik gelang ihm nun die Flucht.

Keine Sexualdelikte

Christian Margot, Chef der Abteilung Straf- und Massnahmenvollzug des Kantons Bern, sagte auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda, bei dem flüchtigen Mann handle es sich um einen «behandelbaren» Delinquenten. Es gehe «nicht um Sexualdelikte». Näheres wollte auch Margot nicht bekannt geben.

Über den «Level» der Information in solchen Fällen werde jeweils auf höchster Stufe entschieden, sagte Margot. Der bernische Polizeidirektor Hans-Jürg Käser sei über den Fall im Bilde. Dessen Direktion beschied jedoch auf Anfrage, der Polizeidirektor sei erst wieder am Freitag zu sprechen.

Kein Einzelfall

Die Flucht erinnert an einen Fall, der vor wenigen Wochen Aufsehen erregte. Damals ging es um einen im Kanton Bern verurteilten Mörder und Vergewaltiger, der im Kanton Neuenburg verwahrt war und auf einem Freigang flüchten konnte. Er stellte sich nach einigen Tagen selber und befindet sich nun in der bernischen Strafanstalt Thorberg.

Stephanie Zahnd hält die Fälle nicht für vergleichbar, auch wegen der Umstände. Im Fall Neuenburg hatte sich der Straftäter auf einem - umstrittenen - begleiteten Ausgang abgesetzt. Im Fall Basel hingegen gelang dem Mann die Flucht aus dem gesicherten Spazierhof.

Dieser Spazierhof sei «die einzige Möglichkeit für die Insassen, an die frische Luft zu kommen», betonte Zahnd. «Das ist ein Menschenrecht.»

SDA/mrs

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