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«Schockierende» Szenen an Stierkampf

Verkehrte Welt an einem Stierkampf in Madrid: Die Stiere verletzten einen Torero nach dem anderen so schwer, dass alle ins Spital gebracht werden mussten. Das Spektakel wurde abgebrochen.

Ihn traf es am schlimmsten: Der Star-Torero David Mora in der Arena Las Ventas in Madrid (20. Mai 2014).
Ihn traf es am schlimmsten: Der Star-Torero David Mora in der Arena Las Ventas in Madrid (20. Mai 2014).
Stringer, AFP

Einen solchen Abend hatten die Fans des umstrittenen Stierkampfes in Spanien zuletzt vor 35 Jahren erlebt: Weil alle drei Toreros nacheinander von den Stieren kampfunfähig und dabei zum Teil schwer verletzt worden waren, musste die «Corrida» am San-Isidro-Fest in Madrid abgebrochen worden.

Das war beim traditionsreichen Fest, dem Höhepunkt der Stierkampfsaison, zuletzt 1979 passiert. Am schlimmsten hatte es in der Madrider Las-Ventas-Arena den Star David Mora erwischt. Er war von dem 532-Kilogramm-Stier «Deslío» auf die Hörner genommen und mehrfach in die Luft geschleudert worden.

Lebensgefährlich verletzt

Dabei erlitt er schlimme Verletzungen in der Achselhöhle sowie am linken Oberschenkel. Die Zeitung «El País» beschrieb die Szenen mit den Worten: «Schrecklich, schockierend, schaurig».

Lange Zeit war um das Leben des 33-Jährigen gefürchtet worden. Aber nach einer Operation und mehreren Bluttransfusionen ist der in Spanien sehr beliebte und berühmte Torero über dem Berg, wie Medien unter Berufung auf die behandelnden Ärzte berichteten.

Auch den beiden anderen verletzten Stierkämpfern, Antonio Nazaré und Saúl Jiménez Fortes, ging es besser. Nazaré, der Moras «Arbeit» beendete und «Deslío» tötete, wurde bei seinem zweiten Auftritt von einem anderen Tier am rechten Knie verletzt und muss nach einer Operation sechs Wochen pausieren. Noch vom Krankenbett aus verteidigte er die «Fiesta». Sie werde durch solche Abende «nur noch grösser», sagte er.

Immer weniger Stierkämpfe

Die Zahl der Stierkämpfe geht in Spanien seit Jahren zurück. 2013 fanden nur noch 2000 Corridas statt. Das sind 40 Prozent weniger als vor fünf Jahren. Es gibt immer mehr Proteste und regionale Corrida-Verbote, die Zuschauerzahlen sind rückläufig.

Trotz vieler Proteste vor allem von Tierschützern wurde der Stierkampf allerdings erst Ende 2013 mit Unterstützung des konservativen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy zum «immateriellen Kulturerbe» erklärt. Das soll auch die Förderung der Kämpfe durch öffentliche Gelder ermöglichen.

(SDA)

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