Zum Hauptinhalt springen

Schnee behindert Rettungsarbeiten im Erdbebengebiet

In der Türkei haben Retter nach 91 Stunden einen 19-Jährigen lebend geborgen. Die Erde bebte heute wieder, und wegen des schlechten Wetters kommen die Einsatzkräfte mit der Arbeit kaum voran.

Heftiges Beben im Südosten der Türkei: Vier Tage danach konnte ein 13-Jähriger noch lebend gerettet werden. (28. Oktober 2011)
Heftiges Beben im Südosten der Türkei: Vier Tage danach konnte ein 13-Jähriger noch lebend gerettet werden. (28. Oktober 2011)
Reuters
Behelfsunterkunft für die Erdbebenopfer: Zelte in Ercis. (27. Oktober)
Behelfsunterkunft für die Erdbebenopfer: Zelte in Ercis. (27. Oktober)
Keystone
Verletzt: Ein Mann trägt ein Kind durch Van. (23. Oktober 2011)
Verletzt: Ein Mann trägt ein Kind durch Van. (23. Oktober 2011)
Keystone
1 / 22

Schneefälle haben heute die Rettungsbemühungen im osttürkischen Erdbebengebiet erschwert. Trotz der niedrigen Temperaturen wurde am Morgen 91 Stunden nach dem Erdstoss ein 19-Jähriger lebend aus den Trümmern gezogen. Jüngsten Angaben zufolge wurden bislang 534 Todesopfer geborgen.

Der gerettete Student sei in der am stärksten betroffenen Stadt Ercis aus den Trümmern eines mehrstöckigen Hauses gerettet worden, berichtete der türkische Nachrichtensender NTV. Den Angaben zufolge konnten bislang insgesamt 185 Menschen lebend geborgen werden.

534 Tote geborgen

Der Krisenstab der Regierung teilte mit, dass 534 Todesopfer geborgen worden seien. Etwa 2300 Menschen seien durch das Beben in der Provinz Van an der Grenze zum Iran verletzt worden. In der Provinz seien 3713 Gebäude so beschädigt worden, dass sie nicht mehr genutzt werden könnten. Ein Erdstoss der Stärke 7,2 hatte das Gebiet am Sonntag erschüttert. Heute gab es im Südosten der Türkei ein Nachbeben der Stärke 5,4, wie die Nachrichtenagentur Anadolu meldete. Berichte über Schäden lagen zunächst nicht vor.

Die Vereinten Nationen schickten nach eigenen Angaben tausende Zelte in die Region. Einer Sprecherin des UN-Büros für die Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA) zufolge leiden die ersten Obdachlosen unter Durchfall und Lungenentzündungen.

Winterfeste Zelte aus der EU

Sechs EU-Länder boten zusammen über 2300 winterfeste Zelte für die durch das Beben obdachlos Gewordenen an, kündigte die EU-Kommission an. Darüber hinaus hätten weitere EU-Staaten Hilfe signalisiert, die über den Brüsseler Krisenmechanismus koordiniert wird. Die Kommission selbst schickt ein Expertenteam in das Katastrophengebiet in der Osttürkei.

Erst am Mittwoch hatte die türkische Regierung beschlossen, nun doch internationale Hilfe für die Versorgung der betroffenen Menschen anzunehmen. Die Bundesregierung sagte daraufhin unter anderem die Lieferung von 500 Zelten zu. Das Flugzeug mit den Hilfsgütern soll am Freitag von Berlin aus starten.

Zuvor war unter den obdachlos Gewordenen Wut über das schleppende Anlaufen der Hilfen laut geworden. Einige Menschen kehrten trotz Warnungen vor Einsturzgefahr in ihre Häuser zurück.

AFP/miw

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch