Scharfe Kritik an Bergführer

Sieben Menschen haben in den Walliser Bergen ihr Leben verloren. Überlebende und Experten erheben Vorwürfe.

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Der Wettereinbruch wurde mehreren Skitourenfahrern am vergangenen Wochenende zum Verhängnis. 14 Skitourengänger - aufgeteilt in zwei Gruppen und mit nur einem Bergführer - waren am 29. April von der «Cabane des Dix» (2928 M.ü.M) in den Walliser Alpen gestartet, um eine Hütte auf 3157 Metern zu erreichen. Als ein schwerer Sturm aufzog, begann die Tragödie. Die Bilanz: sieben Tote und viele offene Fragen.

Einer der Überlebenden, Tommaso Piccoli, sagt gegenüber der «NZZ am Sonntag», dass der Bergführer ab dem Zeitpunkt, als das Wetter umgeschlagen habe, komplett verloren gewesen sei. Sein Satellitentelefon habe nicht funktioniert und ein GPS-Gerät habe er nicht auf sich getragen, so die Vorwürfe des Italieners, der mehr Regeln fordert. Die Vorwürfe würden nun von der Walliser Staatsanwaltschaft abgeklärt.

Marco Mehli, Präsident des Schweizer Bergführerverbandes, fragt sich jedoch, ob sich dieses Ereignis mit Vorschriften bezüglich Gruppengrösse oder Ausrüstung verhindern hätte lassen.

Immer grössere Gruppen auf der Route

Fakt ist laut Ueli Mosimann, Leiter der Fachgruppe Sicherheit im Bergsport beim Schweizer Alpen-Club (SAC), dass immer grössere Gruppen auf der Route, die den 14 Skitourengängern zum Verhängnis wurde, unterwegs seien. Dies habe er beobachtet, wie er im «SonntagsBlick» sagt. Und er ergänzt: «Die Leute buchen ein Abenteuer in den Bergen und legen ihr Schicksal in die Hände eines Bergführers. Wenn der dann ausfällt und zusätzlich ein Sturm aufkommt, ist die Gruppe verloren.»

Umso wichtiger sei es laut Bergführer Michael Wicky, dass eine Gruppe aus Sicherheitsgründen eine gewisse Grösse nicht überschreiten dürfe, zumal viele Berggänger sich in einer Notsituation nicht selbst helfen können. Viele wüsste nicht, wie man am Berg biwakiert.

roy

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