SBB empfehlen: Verdacht melden

Die SBB warten erst die Untersuchungen der Polizei ab, bevor sie allenfalls ihre Sicherheitsmassnahmen verschärfen. Und sie raten, Verdächtiges mitzuteilen.

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Sowohl die direkt betroffene Südostbahn als auch die SBB sind bestürzt über die tödliche Tat im Rheintal. Beide haben bislang noch nie einen derart schwerwiegenden Fall erlebt. Zwar gingen bei der SBB-Transportpolizei im vergangenen Jahr 147 000 Anrufe ein – «Tendenz steigend», wie SBB-Sprecher Christian Ginsig sagt. Auch wurden rund 1700 Personen den örtlichen Polizeibehörden übergeben – teils inklusive sichergestellter Waffen. Doch der Anschlag im Rheintal überschattet alles.

Nun droht die Gefahr von Nachahmungstaten. Solche könnten «nie ausgeschlossen werden», sagt Ginsig. Vorerst lassen die SBB die Sicherheitsmassnahmen aber unverändert. Man warte die Erkenntnisse der Untersuchungsbehörden ab und sehe dann weiter. «Wo notwendig, werden wir Anpassungen im Sicherheitsdispositiv vornehmen», teilt der SBB-Sprecher mit.

Die Kontrollmöglichkeiten bei der Bahn sind jedoch begrenzt. Müssten die Passagiere wie in den Flughäfen systematisch kontrolliert werden, müssten an jeder Haltestelle entsprechende Wartezonen und Geräte für Gepäckkontrollen aufgebaut werden – und auch vom ersten bis zum letzten Zug betrieben werden. Dies ist etwa beim Eurostar zwischen Paris und London der Fall. In der Schweiz wären solche Kontrollen aber unpraktikabel. Sie würden in den Knotenpunkten auch die Umsteigezeit verlängern und den heutigen Fahrplan zu Makulatur verkommen lassen.

Die Notbremse ziehen

Wie aber sollen Passagiere reagieren, falls es zu einem ähnlichen Vorfall wie im Rheintal kommt? Ginsig rät, die Polizeinotnummer 117 oder jene der Transportpolizei (0800 117 117) zu wählen. Dort könne man auch verdächtige Beobachtungen melden. Viele Züge seien zudem mit speziellen Notrufknöpfen ausgestattet. Am Samstagnachmittag nach der Attacke im Rheintal war die Transportpolizei allerdings überlastet. Als in einem Zug von Bern nach Zürich ein Betrunkener seine weibliche Begleitung brutal schlug, war für einen Zeugen kein Durchkommen.

«Wird man Zeuge eines so gravierenden Angriffs wie bei der Südostbahn, kann man in einem solchen Fall auch die Notbremse betätigen», ergänzt der SBB-Sprecher. Der Lokomotivführer könne dann das Signal überbrücken und bis zum nächsten geeigneten Haltepunkt weiterfahren. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 15.08.2016, 07:29 Uhr

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