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Polizei verhaftet fünf Amok-Trittbrettfahrer

Nach dem Amoklauf an einer Berufsschule in Finnland sind mindestens fünf mutmassliche Trittbrettfahrer festgenommen worden. Die Jugendlichen drohten oder sorgten in ihren Schulen für Verunsicherung.

Laut Polizeiangaben drohte ein 18-Jähriger im ostfinnischen Kajaani im Internet, er werde um sich schiessen. Ebenfalls in Kajaani wurde ein 23-Jähriger in Polizeigewahrsam genommen, der gegenüber einem Lehrer Bemerkungen über Schiessereien und Explosionen fallen liess.

In Siikajoki, im Westen des Landes, wurden zwei junge Frauen festgenommen, die an einer Landwirtschaftsschule in einem Waschraum einen Zettel hinterliessen, auf dem eine zu organisierende Schiesserei erwähnt war.

Im südwestfinnischen Masku wurde zudem ein 15-jähriger Junge verhört, weil er Bilder einer Schusswaffe ins Internet gestellt hatte und in der Nähe seines Elternhauses Schüsse gehört wurden.

Zwar habe der Junge niemanden direkt bedroht, aber seine Mitschüler seien verschreckt gewesen und nicht zur Schule gegangen, sagte ein Polizeisprecher.

Amokläufer kannten sich

Ein 22-Jähriger hatte am Dienstag in einer Berufsschule in Kauhajoki im Südwesten des Landes neun Klassenkameraden und einen Lehrer erschossen und sich dann selbst getötet.

Er stand nach Einschätzung der Ermittler vermutlich in Kontakt mit dem 18-jährigen Amokläufer, der im November 2007 in Jokela im Norden der Hauptstadt Helsinki sechs Schüler, die Schuldirektorin und eine Krankenschwester erschossen hatte und sich dann ebenfalls selbst tötete.

«Es ist sehr wahrscheinlich, dass sie zumindest über das Internet Verbindung hatten», sagte Ermittlungschef Jari Neulaniemi.

Kunden im selben Waffenladen

Neulaniemi verwies darauf, dass die beiden Täter ihre Waffe im selben Geschäft in Jokela gekauft hatten. Jokela ist rund 300 Kilometer vom Wohnort des Berufsschülers entfernt. Ausserdem ähnle das gesamte Vorgehen des zweiten Amokläufers auffallend stark dem seines Vorgängers zehn Monate zuvor.

Dass es bei dem zweiten Massaker einen Mittäter gab, schloss die Polizei aus. Auch im ersten Fall hatte der 18-Jährige allein gehandelt und sich sorgfältig auf sein Verbrechen vorbereitet, ohne jemandem aufzufallen.

Die beiden jungen Männer hinterliessen in ihren Zimmern zudem «Botschaften», in denen sie ihren Hass auf die gesamte Menschheit zum Ausdruck brachten.

SDA/bru

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