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Niemand weiss, warum er abdrückte

Auch zehn Monate nach dem Massenmord mit 58 Toten weiss die Polizei nicht, weshalb Stephen Paddock aus dem Hotelzimmer in Las Vegas schoss.

Zehn Monate nach dem Massaker von Las Vegas mit 58 Toten hat die Polizei kein Motiv für die Tat gefunden: Sheriff Joe Lombardo präsentierte in Las Vegas den Abschlussbericht. (3. August 2018)
Zehn Monate nach dem Massaker von Las Vegas mit 58 Toten hat die Polizei kein Motiv für die Tat gefunden: Sheriff Joe Lombardo präsentierte in Las Vegas den Abschlussbericht. (3. August 2018)
John Locher, Keystone
Führte ein unauffälliges Leben: Der Täter Stephen Paddock.
Führte ein unauffälliges Leben: Der Täter Stephen Paddock.
Courtesy of Eric Paddock via AP
Konzertbesucher gehen in Deckung.
Konzertbesucher gehen in Deckung.
David Becker/Getty Images, AFP
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Auch zehn Monate nach dem Massaker von Las Vegas mit 58 Toten hat die Polizei kein Motiv für die Tat. Nach dem Abschluss der Ermittlungen könne man bislang nur Vermutungen zu den Beweggründen von Stephen Paddock anstellen, sagte Sheriff Joe Lombardo am Freitag in Las Vegas.

«Was wir beantworten konnten, sind die Fragen nach dem Wer, Was, Wann, Wo und Wie», erklärte der Ermittler. «Was wir nicht endgültig beantworten konnten, ist, warum Stephen Paddock diese Tat begangen hat.»

Der 64 Jahre alte Paddock hatte am 1. Oktober von seinem hoch gelegenen Hotelzimmer aus das Feuer auf ein Musikfestival mit 20'000 Besuchern eröffnet. Er erschoss 58 Menschen und verletzte mehr als 800. Abschliessend tötete er sich laut Polizei selbst. Bei der Tat handelte es sich um den schlimmsten Massenmord in der jüngeren Geschichte der USA.

«Keine Warnzeichen»

Lombardo sagte, Paddock sei ein «unauffälliger Mann» gewesen, der Auffälligkeiten gezeigt habe. Das habe eine Befragung seines Arztes ergeben. Es habe aber keine Warnzeichen gegeben, die zu einer Ermittlung der Sicherheitsbehörden hätte führen können. Der Täter habe im Jahr vor dem Verbrechen eine Menge Geld verloren. Paddock hatte nach Darstellung der Ermittler mit Immobilien ein Millionenvermögen gemacht und regelmässig in Spielcasinos gezockt.

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Ein Open-Air-Konzert in Las Vegas wird innert Sekunden zum Horror.

Vor der Tat recherchierte er laut Polizei über Monate und untersuchte dabei auch Taktiken der Polizei in Las Vegas. Ausserdem hatte er vor dem Festival in der Spielerstadt andere Orte ins Visier genommen und sich etwa erkundigt, wie voll der Strand von Santa Monica zu bestimmten Zeiten ist.

Ein Einzeltäter

Der Sheriff erklärte, dass es keine Hinweise auf einen zweiten Täter gebe. Er erwarte auch nicht, dass es in dem Fall noch zu Festnahmen kommen werde.

Lombardo zeigte sich während der Pressekonferenz immer wieder ergriffen. Auf die Frage eines Journalisten, ob es sich dabei um einen Akt von Terrorismus handele, sagte der Polizist, er persönlich sehe das so, auch wenn es nach den Definitionen des FBI kein Terrorismus sei.

SDA/nag

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