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Polizei befreit 300 Jungen aus Koranschule

Die Knaben wurden in einer Privatschule in Nigeria gefoltert, eingesperrt und sexuell missbraucht.

Ein Teil der Jungen war in einem kleinen Raum angekettet worden. (Video: Tamedia)

In Nigeria hat die Polizei nach eigenen Angaben mehr als 300 Knaben aus einer Koranschule befreit, die dort gefoltert und sexuell missbraucht wurden. Nach Hinweisen von Anwohnern durchsuchten Sicherheitskräfte am Donnerstag die Schule in der nordnigerianischen Stadt Kaduna.

Dort entdeckten darin die zum Teil noch minderjährigen Opfer, wie Polizeisprecher Yakubu Sabo am Freitag der Nachrichtenagentur AFP sagte. Die Schüler stammen nach seinen Angaben aus verschiedenen Ländern.

Sie seien unter «entwürdigendsten und unmenschlichsten Bedingungen» aufgefunden worden, sagte Sabo. Etwa hundert Schüler, darunter Kinder im Alter von neun Jahren, seien in einem kleinen Raum angekettet gewesen. Die Jungen wurden demnach unter dem Vorwand festgehalten, sie sollten im Koran unterrichtet und «gebessert» werden. Die Koranschule bestand den Angaben zufolge seit rund zehn Jahren. Der Betreiber und sechs Mitarbeiter wurden laut Polizei festgenommen.

Die Polizei war durch Hinweise von Nachbarn auf die Schule aufmerksam gemacht worden. Im überwiegend muslimischen Norden Nigerias gibt es viele private Koranschulen. Sie ersetzen die oft mangelhaften staatlichen Einrichtungen.

Die Jungen seien unter «unmenschlichsten Bedingungen» gefunden worden: Der Innenhof der Koranschule. (27. September 2019) Foto: Afolabi Sotunde/Reuters
Die Jungen seien unter «unmenschlichsten Bedingungen» gefunden worden: Der Innenhof der Koranschule. (27. September 2019) Foto: Afolabi Sotunde/Reuters

SDA

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