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Pistorius muss wegen Mordes vor Gericht

Oscar Pistorius muss sich ab dem 3. März wegen Mordes an seiner Freundin vor Gericht verantworten. Der südafrikanische Sprinter erschien weinend zu einer Anhörung in Pretoria.

Sprachen gemeinsam ein Gebet: Oscar Pistorius (rechts) mit seinen Geschwistern Aimee und Carl vor der Anhörung in Pretoria. (19. August 2013)
Sprachen gemeinsam ein Gebet: Oscar Pistorius (rechts) mit seinen Geschwistern Aimee und Carl vor der Anhörung in Pretoria. (19. August 2013)
AFP

Der südafrikanische Sprintstar Oscar Pistorius muss sich ab dem 3. März 2014 wegen vorsätzlichen Mordes in Pretoria vor Gericht verantworten. Richter Desmond Nair gab bekannt, dass zunächst zweieinhalb Wochen für das Verfahren vorgesehen seien.

Darauf hatten sich zuvor Staatsanwaltschaft und Verteidigung geeinigt. Bei der nur wenige Minuten dauernden Anhörung wurde auch die Anklageliste formal an das Gericht und die Anwälte übergeben.

Wie bereits beim vergangenen Gerichtstermin Anfang Juni drängten sich erneut Hunderte Journalisten, Fotografen und Kameraleute vor dem Gebäude. Beobachter sprechen bereits von einem «Sensationsprozess».

Emotionaler Pistorius

Der Paralympics-Star, der in der Nacht zum 14. Februar seine Freundin Reeva Steenkamp durch eine geschlossene Tür erschossen hat, verfolgte die Anhörung mit düsterem Blick.

Augenzeugen zufolge begann er zu weinen, als er gemeinsam mit seinem Bruder Carl und seiner Schwester Aimee auf die Ankunft des Richters wartete. Die drei Geschwister hielten sich minutenlang an den Händen und beteten. Das Model Steenkamp wäre an diesem Montag 30 Jahre alt geworden.

Auf der achtseitigen Anklageliste finden sich neben dem Mordvorwurf unter anderem auch der unrechtmässige Besitz von Munition. Die Staatsanwälte haben 107 Zeugen geladen, die gegen Pistorius aussagen sollen.

Einige von ihnen sagen, sie hätten zunächst die Schreie einer Frau und dann Schüsse gehört. Der Athlet behauptet hingegen, er habe gedacht, es seien Einbrecher im Haus.

Abwarten in Freiheit

Ob der angesetzte Zeitraum bis zum 20. März ausreichen wird, um alle Zeugen zu hören und ein Urteil zu fällen, war derweil unklar. Staatsanwalts-Sprecher Medupi Simasiku sagte lediglich: «Ich bin zuversichtlich, dass das Verfahren ohne Probleme verlaufen wird.»

Pistorius bleibt derweil in Freiheit. Er war schon kurz nach der Tat auf Kaution aus dem Gefängnis entlassen worden und lebt seither im Haus seines Onkels in Pretoria.

Richter Nair warnte Pistorius vor der Vertagung des Verfahrens, seine Kautionsauflagen nicht zu verletzen. Demnach muss er unter anderem Reisen eine Woche vor Antritt anmelden und eine genaue Route einreichen. Sollte Pistorius schuldig gesprochen werden, droht ihm eine lebenslange Freiheitsstrafe.

AP/sda/fko

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