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Nordkorea nennt Obama einen «Affen im Urwald»

Der Tonfall im Hackerstreit zwischen Nordkorea und den USA wird noch schärfer: Die Regierung in Pyongyang hat US-Präsident Obama persönlich angegriffen.

Ein Film wurde zum Politikum: Ein südkoreanischer Fernsehsender berichtet auf einem Bildschirm am Bahnhof in Seoul über «The Interview». (22. Dezember 2014)
Ein Film wurde zum Politikum: Ein südkoreanischer Fernsehsender berichtet auf einem Bildschirm am Bahnhof in Seoul über «The Interview». (22. Dezember 2014)
Keystone

Die Regierung in Washington habe damit begonnen, die wichtigsten Internetmedien des Landes zu stören, hiess es in einer Erklärung der Nationalen Verteidigungskommission Nordkoreas.

Ein Sprecher wies erneut Vorwürfe der US-Bundespolizei FBI zurück, Nordkorea stecke hinter einem Hackerangriff auf Sony Pictures in den USA. Seit dem vergangenen Wochenende gab es in Nordkorea bis zu neun Stunden anhaltende Ausfälle des Internets. Die US-Regierung erklärte, sie habe nichts damit zu tun. Seit Dienstag funktioniert das Internet in Nordkorea weitgehend wieder.

Bei dem Angriff auf Sony Pictures hatten Hacker im November viele vertrauliche Firmendaten erbeutet und veröffentlicht. Die Aktion war nach ihrer Darstellung eine Reaktion auf die Filmkomödie «The Interview». Darin geht es um fiktive Pläne zur Ermordung des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong-un.

Obama als «Affe» beleidigt

Sony Pictures sagte nach Drohungen von Hackern die Premiere zunächst ab, vollzog aber nach scharfer Kritik von US-Präsident Barack Obama und der Filmbranche eine Kehrtwende und brachte den Film doch noch in die Kinos. Über Weihnachten zeigten mehr als 300 Kinos den Film ohne Zwischenfälle.

Im Internet wurde der Film zudem mehr als 750'000 Mal illegal geladen. Auch über die Onlinedienste von Sonys Playstation und der Xbox von Microsoft wurde der Film angeboten – allerdings brachen diese Angebote nach einer mutmasslichen weiteren Hacker-Attacke am Donnerstag vorübergehend zusammen.

Die Nationale Verteidigungskommission in Pyongyang warf Obama vor, die Aufführung des Films durchgesetzt zu haben. Obama verhalte sich «rücksichtslos wie ein Affe im Urwald», wurde ein Sprecher von den Staatsmedien zitiert.

«Hässlich und verabscheuungswürdig»

Das Säbelrasseln ist in den Verlautbarungen der nordkoreanischen Regierung nichts Neues. Erst vor wenigen Tagen drohte der kommunistische Staat den USA mit «härtesten Gegenreaktionen».

Auch die rassistische Beleidigung Obamas ist eine Art Wiederholungstat. Im Mai verglich KCNA den US-Präsidenten schon einmal mit einem «Affen in einem afrikanischen Zoo». Das Weisse Haus hatte dies damals als «hässlich und verabscheuungswürdig» verurteilt.

SDA/rar

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