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Nach über 60 Stunden lebend geborgen

Zwei Menschen konnten nach fast drei Tagen lebend aus den Erdbebentrümmern in der Türkei gerettet werden. Derweil kam es in einem Gefängnis in der Krisenregion zu einer Meuterei.

Heftiges Beben im Südosten der Türkei: Vier Tage danach konnte ein 13-Jähriger noch lebend gerettet werden. (28. Oktober 2011)
Heftiges Beben im Südosten der Türkei: Vier Tage danach konnte ein 13-Jähriger noch lebend gerettet werden. (28. Oktober 2011)
Reuters
Behelfsunterkunft für die Erdbebenopfer: Zelte in Ercis. (27. Oktober)
Behelfsunterkunft für die Erdbebenopfer: Zelte in Ercis. (27. Oktober)
Keystone
Verletzt: Ein Mann trägt ein Kind durch Van. (23. Oktober 2011)
Verletzt: Ein Mann trägt ein Kind durch Van. (23. Oktober 2011)
Keystone
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Auch am dritten Tag nach dem verheerenden Erdbeben in der Türkei haben die Rettungskräfte einen Überlebenden entdeckt: Ein 18-jähriger Student wurde am Morgen aus den Trümmern eines eingestürzten Hauses in der Stadt Ercis geborgen - 61 Stunden nach dem Erdstoss.

Die Rettungskräfte führten kleine Kameras in die Schuttberge ein und fanden schliesslich Eyup Erdem. Der Student war nach einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur Anadolu verletzt und wurde in einem provisorischen Lazarett behandelt. Der Vater des jungen Mannes sagte der Agentur, er habe seit dem Erdbeben vom Sonntag auf Nachricht von seinem Sohn gewartet. Dieser sei erst vor einem Monat zum Studieren nach Ercis gezogen und habe sich mit anderen Studenten in dem Gebäude eine Wohnung geteilt.

Auch eine 27-jährige Frau konnte 66 Stunden nach dem Erdstoss in der Stadt Ercis aus den Trümmern ihres Hauses gezogen werden. «Sie war unsere Mieterin. Sie haben sie vor einer Stunde geborgen», berichtete Akif Goltas der Nachrichtenagentur AFP. Die Rettungskräfte hätten die ganze Nacht nach der 27-Jährigen gesucht. Diese arbeitete Medienberichten zufolge als Lehrerin.

Fast 500 Tote

Die Zahl der Todesopfer durch das Beben stieg unterdessen auf mindestens 459. Ein Mitarbeiter des Gesundheitsministeriums erklärte, allein am Dienstag seien rund 40 Menschen lebend geborgen wurden. Unter ihnen waren ein zwei Wochen altes Baby, das 48 Stunden nach dem Erdbeben gefunden wurde. Auch die Mutter und die Grossmutter wurden gerettet, der Vater galt als vermisst.

Im Katastrophengebiet wurde eine Zunahme von Durchfallerkrankungen festgestellt, wie aus dem Gesundheitsministerium verlautete. Besonders Kinder seien betroffen. Die Behörden forderten die Menschen auf, Mineralwasser zu trinken, bis feststehe, ob das Leitungswasser kontaminiert sei.

Aufstand im Gefängnis

Ein besonders schweres Nachbeben verbreitete am Dienstag Panik. In einem Gefängnis in der Stadt Van brach laut Medienberichten ein Aufstand aus. Die Häftlinge protestierten dagegen, dass sie ihre Zellen trotz des Nachbebens nicht verlassen durften.

Mehrere Aufseher seien verletzt worden. Die Behörden brachten zusätzliche Sicherheitskräfte in das Gefängnis, aus dem bei dem schweren Beben am Sonntag etwa 200 Gefangene durch ein Loch in einer Mauer entkommen waren.

Angesichts des Ausmasses der Schäden entschied die türkische Regierung, Hilfsangebote aus dem Ausland anzunehmen. Besonders gebraucht wurden nach Angaben der Behörden Fertighäuser, um die Obdachlosen über den Winter zu bringen. Trotz gespannter Beziehungen bot auch Israel seine Hilfe an.

dapd/jak

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